1. FC Köln in der Krise: Derby-Niederlage und Fan-Boykott erschüttern den Verein
Evelin Kostolzin1. FC Köln in der Krise: Derby-Niederlage und Fan-Boykott erschüttern den Verein
Kölner Derby-Tag zum Vergessen
Marvin Schwäbe schüttelte den Kopf. Unruhen beim 1. FC Köln nach einem Derby-Tag zum Vergessen? „Nein!“, sagte der Torhüter entschlossen – fünf Bundesliga-Spiele in Folge ohne Sieg bereiten dem Kapitän noch keine Sorgen. Stattdessen machte sich Schwäbe mehr Gedanken über die Situation einiger Kölner Fans, die wegen eines Boykotts bei der verdienten 0:2-Niederlage (0:0) beim Bayer 04 Leverkusen auffällig abwesend waren.
1. FC Köln steht unter wachsendem Druck, nachdem die Mannschaft nun bereits fünf Bundesliga-Partien ohne Sieg blieb. Die jüngste Niederlage ereignete sich im rheinischen Derby gegen Bayer Leverkusen, wo ein spektakuläres Tor die Partie entschied. Gleichzeitig verschärfen Fanproteste die Probleme des Vereins abseits des Platzes.
Die Derby-Niederlage gegen Bayer Leverkusen wurde in der 66. Minute besiegelt, als Martin Terrier mit einem atemberaubenden „Skorpion-Kick“ traf. Köln fand keine Antwort und verlängerte damit die sieglose Serie in der Liga. Die Niederlage lässt den FC nur noch fünf Punkte vor dem Relegationsplatz – eine alarmierende Ausgangslage vor dem letzten Spiel des Jahres gegen Union Berlin.
Doch die Stimmung im Stadion war alles andere als normal: Rund 500 Kölner Fans boykottierten das Spiel und protestierten damit gegen ihrer Meinung nach überzogene und aufdringliche Polizeikontrollen. Ihre Abwesenheit ließ den Gästeblock unheimlich leer wirken – ein ungewöhnliches Bild in einem emotional aufgeladenen Derby. Selbst die Leverkusener Ultras zeigten Solidarität und verließen kurz nach Anpfiff die Kurve.
Es war nicht der erste Protest der Kölner Anhängerschaft: Schon in der Saison 2022/23 hatten Fans der Curva Nord (Südkurve) das erste Heimspiel gegen den VfL Bochum boykottiert. Damals richteten sich die Demonstrationen gegen den Ausschluss des Vereins aus der European Ultra-Football League und die zunehmende Kommerzialisierung des Fußballs. Nach dem Leverkusen-Spiel kritisierten sowohl Sportdirektor Thomas Kessler als auch Trainer Lukas Kwasniok den fehlenden Rückhalt der Fans – ein herber Dämpfer für die Mannschaftsmoral.
Trotz der Turbulenzen gibt sich Torwart und Kapitän Marvin Schwäbe gelassen. Er betont, die Mannschaft konzentriere sich darauf, im letzten Spiel des Jahres 2023 Punkte zu holen. Die nächste Bewährungsprobe steht kommenden Samstag an, wenn Union Berlin zu Gast im RheinEnergieStadion ist.
Mit nur noch fünf Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz muss der FC Köln nun sowohl die sportliche Krise als auch die anhaltenden Fanproteste in den Griff bekommen. Ein positives Ergebnis im letzten Spiel des Jahres könnte zumindest einen Teil des wachsenden Drucks lindern.






