22 January 2026, 09:27

Aachen forscht an virtuellen Spuren gegen den Logistik-Kollaps in Städten

Eine belebte Stadtstraße mit Autos, Lastwagen, Fußgängern, Gebäuden, Schildern und einem klaren blauen Himmel.

Aachen forscht an virtuellen Spuren gegen den Logistik-Kollaps in Städten

Ein neues Forschungsprojekt der RWTH Aachen zielt darauf ab, künftige Verkehrsstaus zu entschärfen, die durch den wachsenden Güterverkehr verursacht werden. Die Initiative ViDeLL, geleitet vom Lehrstuhl für Production Engineering of E-Mobility Components (PEM), erforscht "virtuelle Fahrstreifen", die speziell für automatisierte Logistikfahrzeuge konzipiert sind. Finanziert wird das Vorhaben von der Landesregierung Nordrhein-Westfalens sowie der Europäischen Union.

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Professor Achim Kampker, Leiter des PEM-Lehrstuhls, warnt, dass der steigende Güterverkehr die städtischen Straßen bald an ihre Kapazitätsgrenzen bringen könnte. Das ViDeLL-Projekt will drohende Verkehrsblockaden verhindern, indem es flexible, digitale Spuren für den Logistikverkehr schafft – statt teure physische Infrastruktur auszubauen.

Das Team analysiert, wo virtuelle Spuren am effektivsten eingesetzt werden könnten, mit Fokus auf städtische Lieferungen der "letzten Meile", Einzelhandelslogistik und industriellen Transport zwischen innerstädtischen Produktionsstandorten. Zudem wird untersucht, wie automatisierte Logistikfahrzeuge mit anderen Verkehrsteilnehmern interagieren, und es werden Sicherheitsprotokolle für gemischte Verkehrsszenarien entwickelt. Kern des Systems sind "intelligente Straßenmarkierungen", die mit einem Netzwerk aus automatisierten Fahrzeugen, Sensoren und einer zentralen Steuerungsplattform verknüpft sind. Echtzeit-Verkehrsdaten fließen in Algorithmen ein, die diese virtuellen Spuren dynamisch zuweisen und verwalten. Das Projekt muss zudem rechtliche Hürden überwinden, um sicherzustellen, dass das Konzept den regulatorischen Anforderungen entspricht. Virtuelle Lösungen bieten eine kostengünstige Alternative zu dedizierten physischen Spuren für bestimmte Fahrzeuggruppen. Das Konsortium wird prüfen, ob dieser Ansatz technisch, rechtlich und wirtschaftlich in bestehende städtische Verkehrsnetze integriert werden kann.

ViDeLL verbindet automatisierte Fahrzeugtechnologie mit intelligenter Infrastruktur, um anpassbare Logistikrouten zu schaffen. Bei Erfolg könnte das System eine skalierbare Lösung bieten, um automatisierten Güterverkehr in stark frequentierte Innenstädte zu integrieren. Die Ergebnisse werden zeigen, ob virtuelle Spuren zu einem praktikablen Instrument für die Bewältigung künftiger Verkehrsanforderungen werden können.