AWO fordert Sozialstaat-Ausbau statt Kürzungen im Haushalt
AWO: "Nicht auf dem Rücken der Ärmsten"
Ankündigung In einem Interview fordert AWO-Vorstandsmitglied Marvin Deversi einen Ausbau des Sozialstaats statt Kürzungen. Er widerspricht der Behauptung einer angeblichen Kostenexplosion und setzt sich für die Besteuerung großer Vermögen ein.
Marvin Deversi, Vorstandsmitglied der Arbeiterwohlfahrt (AWO), hat sich für einen Ausbau des Sozialstaats ausgesprochen – statt für Haushaltskürzungen. Trotz der Rede von einer angeblichen Kostenexplosion liege die aktuelle Sozialausgabe deutlich unter dem Zehnjahresdurchschnitt, betont er. Seine Position kommt zu einer Zeit, in der die Organisation vor wachsenden Herausforderungen steht: von Modernisierungsbedarf bis hin zu zunehmender rechtsextremer Feindseligkeit.
Deversi wies die Vorstellung zurück, die Sozialausgaben würden außer Kontrolle geraten. Tatsächlich seien die Bundesausgaben für soziale Dienstleistungen zwischen 2017 und 2025 um fast fünf Prozentpunkte gesunken. Das eigentliche Problem sei nicht zu hohe Ausgaben, sondern chronische Unterfinanzierung, so der AWO-Vertreter.
Der Vorstoß der Arbeiterwohlfahrt für einen Ausbau sozialer Leistungen fällt in eine Phase, in der soziale Einrichtungen sowohl unter finanzieller Belastung als auch unter steigender Nachfrage leiden. Angesichts der bereits unter dem historischen Durchschnitt liegenden Ausgaben unterstreicht Deversis Forderung die Spannung zwischen Sparmaßnahmen und dem wachsenden Bedarf an Arbeitsmarktförderung, Integrationsprogrammen und modernisierter Pflege.






