Bahnhof wird umgestaltet: Warum sich Frauen hier nachts unsicher fühlen
Eggert StriebitzBahnhof wird umgestaltet: Warum sich Frauen hier nachts unsicher fühlen
Frauen fühlen sich auf dem Bahnhof unsicher – besonders nach Einbruch der Dunkelheit
Die langen Tunnel und schlecht beleuchteten Bahnsteige des Bahnhofs sorgen bei vielen Frauen für ein wachsendes Unsicherheitsgefühl. Nun sollen Umgestaltungspläne die Atmosphäre auf dem Bahnhof freundlicher und einladender machen.
Aufmerksam wurden die Verantwortlichen während eines kürzlichen Nightwalks, bei dem Teilnehmerinnen den Tunnel und abgelegene Wartebereiche als besonders bedrohlich einstuften. Gefordert wurden bessere Beleuchtung der Wege sowie mehr Überwachungskameras, um das Sicherheitsgefühl zu stärken.
Die örtliche Polizei betont zwar, dass der Bahnhof grundsätzlich sicher sei – die meisten Vorfälle beträfen Fahrraddiebstähle, nicht jedoch Gewaltverbrechen. Dennoch können Bürgerinnen und Bürger unsichere Orte über das städtische Meldesystem für Missstände melden, damit die Bedenken dokumentiert werden.
Ein ähnliches Vorgehen hat bereits die Stadt Minden erprobt: Seit 2024 setzt sie eine sogenannte Angstkarte ein, die 68 Orte ausweist, an denen sich Menschen besonders verletzlich fühlen – etwa schlecht ausgeleuchtete Zonen oder Plätze, an denen sich Gruppen von Männern versammeln.
Ab Februar 2025 soll der Bahnhof nun grundlegend umgestaltet werden, um die Ängste zu zerstreuen und ein lebendigeres Umfeld zu schaffen. Geplant sind unter anderem eine Bibliothek und Gemeinschaftsveranstaltungen, die das Gefühl der Isolation verringern sollen. Die Kriminalstatistik für den Kreis Herford zeigt zwar einen aktuellen Anstieg, die Werte pendeln sich jedoch wieder auf das Niveau vor der Pandemie ein.
Mit dem Umbau, der Anfang nächsten Jahres beginnt, sollen die Sorgen der Fahrgäste gemindert und sicheres Reisen gefördert werden. Durch mehr öffentliche Flächen und bessere Beleuchtung soll der Bahnhof für alle Nutzerinnen und Nutzer attraktiver werden. Die Behörden beobachten die Entwicklung weiterhin und rufen die Bevölkerung auf, unsichere Bereiche über die offiziellen Kanäle zu melden.