20 June 2026, 16:23

Bakterien als Helfer: HHU Düsseldorf forscht an grünen Pestiziden der Zukunft

Nachhaltige Pestizide für die Landwirtschaft

Bakterien als Helfer: HHU Düsseldorf forscht an grünen Pestiziden der Zukunft

Ein Forschungsteam der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU) wird in den nächsten fünf Jahren untersuchen, wie Bakterien ein umweltfreundlicheres Pestizid herstellen können. Das von Dr. Wilken geleitete Projekt erhält rund 2,7 Millionen Euro vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR). Ziel ist es, Umweltbedenken im Zusammenhang mit herkömmlichen Pestiziden zu adressieren und gleichzeitig die Ernährungssicherheit zu stärken.

Die HHU-Forschungsgruppe PyreComm konzentriert sich auf die Entwicklung eines skalierbaren und nachhaltigen Verfahrens zur Produktion von Pyrethrin-Verbindungen. Diese werden zwar ursprünglich aus der Dalmatinischen Insektenblume gewonnen, sollen jedoch mithilfe des Bakteriums Vibrio natriegens hergestellt werden. Das Team setzt auf fortschrittliche Stoffwechselmodellierung und Bioreaktoren mit holzbasierten Rohstoffen, um den bakteriellen Prozess effizienter zu gestalten.

Das Vorhaben ist Teil der Initiative „Kreative Nachwuchstalente für die Bioökonomie“, die junge Forscher:innen dazu anregt, innovative Lösungen im Bioökonomiesektor zu entwickeln. Es steht zudem im Einklang mit der Nationalen Bioökonomiestrategie Deutschlands, die den Wandel hin zu erneuerbaren Ressourcen und kreislauforientierten Praktiken vorantreibt. Die Zusammenarbeit zwischen Nachwuchs- und erfahrenen Wissenschaftler:innen soll helfen, sowohl technische als auch organisatorische Herausforderungen zu meistern.

Pyrethrin-basierte Pestizide sind zwar in der Landwirtschaft von großer Bedeutung, schaden jedoch oft nützlichen Insekten und belasten die Umwelt nachhaltig. Das PyreComm-Projekt erwartet, dass sein biobasierter Ansatz aufgrund der Nachhaltigkeitsvorteile zügig eine Zulassung im Rahmen der EU-Farm-to-Fork-Strategie erhalten wird.

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Die BMFTR-Förderung fließt in die Entwicklung eines halb-synthetischen, umweltfreundlichen Herstellungsverfahrens für Pestizide. Bei Erfolg könnte die Methode eine tragfähige Alternative zu konventionellen Pestiziden bieten – ein Beitrag sowohl zum Umweltschutz als auch zur langfristigen Ernährungssicherheit.

Quelle