Bayerische Städte ersetzen Ampelmännchen durch Kobolde, Hasen und Trachtenfiguren
Eggert StriebitzWenn es grün ist, hoppeln Sie weiter - spezielle Verkehrsschilder auf dem Vormarsch - Bayerische Städte ersetzen Ampelmännchen durch Kobolde, Hasen und Trachtenfiguren
Bayerische Städte tauschen Ampelmännchen gegen regionale Kultursymbole – Kreativität trifft auf Sicherheitsdebatte
Mehrere bayerische Städte haben herkömmliche Fußgängerampeln durch lokale Kulturmotive ersetzt. Die Aktion sorgt sowohl für kreative Begeisterung als auch für Diskussionen über die Verkehrssicherheit. München, Nürnberg und kleinere Gemeinden setzen mittlerweile auf einzigartige Designs – vom schelmischen Kobold bis zum berühmten Hasen.
München führte Anfang 2025 drei "Pumuckl-Ampeln" ein, eine Hommage an die beliebte Fernsehserie Meister Eder und sein Pumuckl. Der freche Kobold leuchtet in Rot und Grün nahe dem Stadtteil Lehel. Nürnberg hingegen präsentierte im Februar 2026 sein Dürer-Ampelmännchen – zum 555. Geburtstag des Künstlers. Die Figur orientiert sich an Albrecht Dürers Feldhase: sitzend bei Rot, hüpfend bei Grün.
Auch Dachau sprang auf den Trend auf und installierte Ampelfiguren in traditioneller bayerischer Tracht. Aufgrund der positiven Resonanz planen die Verantwortlichen weitere Motive – die Kosten für Schablonen und Design belaufen sich dabei auf nur 300 Euro. In Hof scheiterte zunächst der Vorschlag für eine "Wärschtlamo-Ampel" mit dem lokalen Würstchenverkäufer als Symbol – aus Sorge um die Verkehrssicherheit. Nach einer Prüfung erhielt das Projekt jedoch grünes Licht und soll bald umgesetzt werden.
Weitere Städte zogen nach. Augsburgs "Kasperl-Ampel" nahe dem Theater erforderte eine Sondergenehmigung der Regierung von Schwaben. Deggendorf zeigt eine Frau, die Knödel wirft, während Straubing den "Bruder Straubinger", eine lokale Volksfigur, abbildet. Nürnberg hingegen besteht darauf, keine Genehmigung zu benötigen, da die Stadt über ihre Ampelanlagen selbst entscheide.
Doch nicht alle stehen dem Trend positiv gegenüber. Das bayerische Innenministerium äußerte Bedenken und betont, dass Ampeln sofort erkennbar sein müssen. Beamte warnen, zu kreative Designs könnten Fußgänger verwirren und die Sicherheit gefährden.
Der Wechsel zu kulturell geprägten Ampeln hält in Bayern weiter an, mit weiteren Städten, die ähnliche Projekte planen. Während Anwohner die regionalen Akzente feiern, pochen Behörden auf Klarheit im Straßenverkehr. Die Debatte zeigt das Spannungsfeld zwischen Tradition und standardisierten Sicherheitsvorgaben.






