Bergisch Gladbach steht vor einem 44-Millionen-Defizit – und die Krise geht weiter
Eggert StriebitzBergisch Gladbach steht vor einem 44-Millionen-Defizit – und die Krise geht weiter
Bergisch Gladbach verzeichnet erstmals seit Jahrzehnten ein schweres Haushaltsdefizit
Die Stadt Bergisch Gladbach meldet das erste große Finanzloch seit Jahrzehnten: Der vorläufige Haushaltsabschluss für 2024 weist ein Minus von 44 Millionen Euro auf – weniger dramatisch als befürchtet, aber dennoch alarmierend. Ohne Kurskorrekturen drohen den künftigen Etats noch größere Belastungen, warnen Verantwortliche.
Der Jahresabschluss 2024 markiert eine Zäsur für Bergisch Gladbach. Zum ersten Mal schließt die Stadt mit einem deutlich negativen Ergebnis ab. Zwar fällt das Defizit von 44 Millionen Euro um 20 Millionen Euro geringer aus als zunächst prognostiziert, doch der Kontrast zu den Vorjahren könnte kaum größer sein.
Auch die Aussichten für 2025 bringen kaum Entlastung: Erwartet wird ein Fehlbetrag von 54 Millionen Euro – eine Verbesserung um 6,4 Millionen Euro gegenüber früheren Schätzungen, aber weiterhin eine schwere Hypothek. Zudem rechnet die Stadt 2025 mit zusätzlichen Mehrkosten von rund 2 Millionen Euro und 2026 mit 3,7 Millionen Euro im Personal- und Sachaufwandsbereich.
Das Problem ist kein Einzelfall. Die Bertelsmann Stiftung bezeichnet 2024 in ihrem Bericht für 2025 als "Kipp-Punkt" für die kommunalen Haushalte bundesweit – mit einem kumulierten Defizit von 24,8 Milliarden Euro. Bergisch Gladbachs Lage spiegelt diese landesweite Krise wider.
Nun fordert die Stadtspitze Gegenmaßnahmen. Der Städte- und Gemeindebund NRW pocht darauf, dass das Land mindestens 78 Prozent der Bundesmittel an die Kommunen weitergibt. Bergisch Gladbach selbst plant ab 2026 Konsolidierungsmaßnahmen, um die Finanzen zu stabilisieren. Ohne stärkere Unterstützung von Bund und Land jedoch, so die Warnung, bleibe ein ausgeglichener Haushalt in weiter Ferne.
Die finanziellen Perspektiven der Stadt haben sich deutlich eingetrübt. Mit positiven Jahresergebnissen ist vorerst nicht zu rechnen. Die ab 2026 geplanten Anpassungen sollen die Lage beruhigen – doch ihr Erfolg hängt entscheidend von höheren Zuwendungen der übergeordneten Ebenen ab. Bis dahin steht Bergisch Gladbach ein beschwerlicher Weg zur Erholung bevor.






