08 February 2026, 09:00

Bewegender Gedenkspaziergang in Lünen erinnert an NS-Opfer und lokale Schicksale

Ein Steinplaque an einer Wand in einem Park, umgeben von Pflanzen und trockenen Blättern, gedenkt den Opfern des Holocaust mit eingravierten Text.

Bewegender Gedenkspaziergang in Lünen erinnert an NS-Opfer und lokale Schicksale

Rund 100 Menschen versammelten sich am 27. Januar in Lünen zu einem Gedenkspaziergang für die Opfer des Nationalsozialismus. Die Veranstaltung stand im Zeichen des bundesweiten Holocaust-Gedenktags und wurde von der Initiative Stolpersteine Lünen, dem Stadtmuseum sowie örtlichen Gästeführern organisiert. Bürgermeisterin Martina Förster-Teutenberg eröffnete die Veranstaltung mit einer Rede, in der sie an die Befreiung von Auschwitz erinnerte und die Bedeutung lokaler Erinnerungskultur betonte.

Der Gang startete am Evangelischen Friedhof an der Kirchhofstraße, wo Förster-Teutenberg die gesellschaftliche Verantwortung unterstrich, das Gedenken wachzuhalten. Die Teilnehmer folgten einer Route, die an der Viktoriaschule, dem Hauptbahnhof sowie mehreren Stolpersteinen vorbeiführte – jenen kleinen Messingtafeln im Gehweg, die an einzelne Opfer erinnern. An jedem Halt punkteten die Organisatoren mit historischen Hintergründen, lokalen Biografien und Einblicken in die Erinnerungskultur.

Das Lünen-Süd-Blasorchester begleitete die Gruppe musikalisch und verlieh der Veranstaltung eine feierlich-ernste Atmosphäre. Letzte Station war das Holocaust-Mahnmal an der Lippe, bevor sich die Teilnehmer im Gemeinschaftszentrum St. Georg zum Abschluss trafen. Zwar ist die genaue Zahl der Stolpersteine in Lünen nicht bekannt, doch belegen Aufzeichnungen, dass im Dezember 2025 sechs Steine für die jüdische Familie Rosenbaum verlegt wurden.

Die Veranstalter zeigten sich erfreut über die große Resonanz und kündigten an, den Gedenkspaziergang künftig jährlich durchzuführen. Sie betonten, wie wichtig sichtbare Zeichen der Erinnerung im öffentlichen Raum der Stadt seien.

Der Gedenkspaziergang vereinte Anwohner, Historiker und Musiker, um der Opfer des Nationalsozialismus zu gedenken. Mit der geplanten jährlichen Wiederholung will Lünen seine Erinnerungskultur festigen. Die Initiative sorgt dafür, dass lokale Schicksale und historische Lehren im kollektiven Gedächtnis der Stadt verankert bleiben.