Cédric Brunners bewegender Kampf mit Alkohol und dem Druck des Profifußballs
Eggert StriebitzCédric Brunners bewegender Kampf mit Alkohol und dem Druck des Profifußballs
Ehemaliger Schweizer Nationalspieler Cédric Brunner spricht über seinen langen Kampf mit Alkohol
Der ehemalige Schweizer Verteidiger Cédric Brunner hat sich erstmals öffentlich über seinen jahrelangen Kampf mit Alkohol während und nach seiner Fußballkarriere geäußert. Der 29-Jährige, der heute für einen Amateurverein in der Schweiz spielt, teilte kürzlich in einem emotionalen Instagram-Post seine Erlebnisse und Rückschläge. Seine Offenheit kommt zu einem Zeitpunkt, an dem er auf eine Profikarriere zurückblickt, die von Höhenflügen, Tiefschlägen und immer wiederkehrenden Verletzungen geprägt war.
Brunner verbrachte sechs Jahre im deutschen Profifußball, wo er für Arminia Bielefeld und den FC Schalke 04 auflief. 2017 wechselte er zu Bielefeld und entwickelte sich dort zu einer Schlüsselfigur – 2020 half er dem Team beim Aufstieg in die Bundesliga. Doch trotz dieses Erfolgs folgte später der Abstieg, sowohl mit Bielefeld nach vier Jahren als auch mit Schalke nach zwei Spielzeiten.
Hinter den Kulissen griff der Verteidiger zunehmend zum Alkohol, um mit dem Druck fertigzuwerden. In seinem Post gestand er, dass Trinken für ihn eine Möglichkeit war, "abzuschalten" und sich nach Spielen "zu betäuben". Seit 2022 habe es keinen einzigen Monat ohne Alkohol gegeben, ein Verhalten, das er selbst als exzessiv während seiner gesamten Karriere beschreibt.
Verletzungen erschwerten seine späteren Jahre zusätzlich. Ein hartnäckiges Leistenproblem zwang ihn in der Saison 2023/24 monatelang zur Pause und trug schließlich zu seiner Entscheidung bei, sich aus dem Profifußball zurückzuziehen. Nun lässt Brunner seine Karriere in den Schweizer Amateurligen ausklingen – und kehrt dabei auch zu seinen Wurzeln zurück. Als leidenschaftlicher Judoka in jungen Jahren arbeitete er einst als Trainer und Betreuer in Nachwuchs-Judocamps.
Brunners öffentliche Worte werfen ein Licht auf die persönlichen Herausforderungen, die er während seiner anspruchsvollen Fußballlaufbahn bewältigen musste. Sein Wechsel in den Amateurbereich markiert einen Neuanfang, doch seine Vergangenheit mit Alkoholproblemen und Verletzungen bleibt Teil seiner Geschichte. Die Offenheit des Verteidigers könnte anderen, die ähnliche Kämpfe führen – im Sport und darüber hinaus –, Mut machen.