26 March 2026, 08:36

Deutsche Bahn schließt Reisezentren in Wuppertal und Solingen – soziale Härten befürchtet

Eine Gruppe von Menschen steht um einen Zug auf einem Gleis, einige sitzen im Zug und andere stehen davor, vor Gebäuden und Bäumen, mit dem Text "Ludwigs-Eisenbahn, die erste Eisenbahnstation Deutschlands" unten.

Deutsche Bahn schließt Reisezentren in Wuppertal und Solingen – soziale Härten befürchtet

Deutsche Bahn schließt Reisezentren in Wuppertal und Solingen – Kritik an sozialer Härte

Die Deutsche Bahn wird ihre Reisezentren an den Hauptbahnhöfen Wuppertal und Solingen schließen. Als Begründung führt das Unternehmen finanzielle Zwänge an. Kritiker bemängeln, dass von der Maßnahme vor allem schutzbedürftige Fahrgäste betroffen sein werden.

Die Schließungen erfolgen, nachdem der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) den lokalen Vertrieb von Nahverkehrstickets an den Konkurrenten Transdev vergeben hatte. Die Entscheidung hat bei Politikern und Fahrgästen gleichermaßen Empörung ausgelöst. Die SPD-Abgeordneten Josef Neumann, Dilek Engin und Andreas Bialas haben sich öffentlich gegen die Pläne ausgesprochen. Engin fragte, ob das Unternehmen bereit sei, ältere Reisende und ausländische Touristen im Stich zu lassen, die auf persönliche Beratung angewiesen sind.

Neumann betonte, dass sozial benachteiligte Gruppen die Hauptlast der Schließungen tragen würden. Bialas fügte hinzu, dass viele Fahrgäste – insbesondere ältere oder technisch weniger versierte Menschen – bereits jetzt Schwierigkeiten hätten, sich in digitalen Systemen zurechtzufinden, vor allem bei kurzfristigen Zugausfällen.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Die Deutsche Bahn hat bisher keine direkten Alternativen für die betroffenen Kunden vorgestellt. Stattdessen konzentriert sich das Unternehmen auf die Modernisierung der Reisezentren an großen Knotenpunkten wie Mannheim, Dresden und Göttingen, die für 2026 geplant ist. Frühere Aufwertungen in Düsseldorf, Nürnberg, Hamburg, Berlin und Köln hatten den Fokus auf verbesserte Serviceangebote vor Ort gelegt, darunter persönliche Beratungsgespräche und Lounges.

Ein Sprecher der Deutschen Bahn in Düsseldorf, Dirk Pohlmann, lehnte eine Stellungnahme ab. Das Unternehmen bestätigte jedoch, dass derzeit keine weiteren Schließungen an anderen Hauptbahnhöfen in Deutschland geplant seien.

Kritiker warnen, dass der Schritt den Ruf der Deutschen Bahn weiter beschädigen könnte. Sie sehen darin einen sozialen Rückschritt, der Menschen ohne Zugang zu digitalen Plattformen ohne ausreichende Unterstützung zurücklasse.

Die Reisezentren in Wuppertal und Solingen werden geschlossen, während die Deutsche Bahn ihre Sparmaßnahmen vorantreibt. Die Entscheidung folgt auf die Vergabe der lokalen Ticketverträge an Transdev. Da keine klaren Ersatzangebote in Aussicht sind, wächst bei Fahrgästen und Politikern die Sorge um Barrierefreiheit und Gerechtigkeit.

Quelle