DHL-Chef fordert 20-Kilo-Limit für Pakete – Koalition uneins über Logistik-Reformen
Evelin KostolzinDHL-Chef fordert 20-Kilo-Limit für Pakete – Koalition uneins über Logistik-Reformen
DHL-Group-Chef Tobias Meyer hat eine Senkung des gesetzlichen Gewichtslimits für Paketsendungen auf 20 Kilogramm gefordert. Sein Vorschlag hat innerhalb der Bundesregierung eine Debatte ausgelöst, wobei sich zwischen den Koalitionspartnern unterschiedliche Positionen abzeichnen. Gleichzeitig wies Meyer aktuelle Beschwerdezahlen als irreführend zurück und argumentierte, sie spiegelten nicht die gesamte Leistungsbilanz der Deutschen Post wider.
Anfang 2026 offenbarten Diskussionen über die Effizienz der Logistikbranche eine Spaltung in der Regierungskoalition. Während die Grünen und die FDP Meyers Plan zur Absenkung des Gewichtslimits unterstützten, lehnte die SPD die Änderung ab. Auch Wettbewerber des Sektors zeigten sich gegen den Vorstoß, sodass die Regierung keine einheitliche Haltung einnehmen konnte.
Meyer ging auf Bedenken zur Servicequalität der Deutschen Bank ein und räumte Lieferverzögerungen während des Sommers 2025 ein. Diese Probleme seien inzwischen behoben, kritisierte jedoch die Bundesnetzagentur dafür, nicht mehr der 23.000 Beschwerden aus dem ersten Halbjahr 2025 mit der Deutschen Bahn geteilt zu haben. Laut Meyer erhielt das Unternehmen nur einen Bruchteil dieser Meldungen, was die Daten für Verbesserungen unbrauchbar mache. Der Vorstandsvorsitzende verwies zudem auf grundlegende Herausforderungen im klassischen Briefgeschäft, etwa durch die Digitalisierung und sinkende Briefvolumina. Um sich anzupassen, hat DHL damit begonnen, Brief- und Paketzustellung zu kombinieren. Meyer warnte außerdem, öffentliche Kritik an den Postdienstleistungen könne das Vertrauen in das deutsche Postsystem untergraben – und dies zu einem Zeitpunkt, an dem das Unternehmen seine Abläufe modernisiert.
Die Debatte über die Gewichtsgrenzen für Pakete bleibt vorerst ungelöst, eine Einigung der Regierung ist nicht in Sicht. Die Deutsche Post passt unterdessen ihre Prozesse an, vereint Zustelldienste und arbeitet an der Behebung vergangener Serviceprobleme. Aktuell sieht sich das Unternehmen sowohl mit regulatorischer Unsicherheit als auch mit dem anhaltenden Rückgang physischer Post konfrontiert.






