Dieter Nuhr über Friedrich Merz: "Ein Anfänger mit Potenzial" – und scharfe Kritik an der Politik
Paulina MangoldDieter Nuhr: Merz ist noch lange nicht am Ende - vielleicht sogar in drei Jahren - Dieter Nuhr über Friedrich Merz: "Ein Anfänger mit Potenzial" – und scharfe Kritik an der Politik
Satiriker Dieter Nuhr hat sich zu Deutschlands politischer Landschaft geäußert – mit Lob für Bundeskanzler Friedrich Merz, aber auch mit Kritik an anderen. Mit 40 Jahren auf der Bühne im kommenden Jahr hat Nuhr viele Politiker kommen und gehen sehen – doch wenige waren für ihn so unberechenbar wie der aktuelle Kanzler.
Seine Äußerungen fallen in eine Phase, in der Merz, seit Mai 2025 im Amt, wirtschaftliche Reformen vorantreibt und für 2026 einen Aufschwung anstrebt.
Nuhr bezeichnete Merz als eine Persönlichkeit, die in den nächsten drei Jahren noch für Überraschungen sorgen könnte. Den Kanzler nannte er einen "Anfänger mit Potenzial" und hob hervor, wie dieser immer wieder von vorbereiteten Reden abweiche. Gerade diese Unberechenbarkeit, so Nuhr, mache Merz interessanter als viele andere Politiker.
In der Außenpolitik übt Nuhr scharfe Kritik an Außenminister Johann Wadephul, dem er wiederholte diplomatische Patzer vorwirft. Zugleich wies er die These zurück, allein hohe Lohnkosten würden Investoren vertreiben – stattdessen verwies er auf tiefgreifendere Produktivitätsprobleme. Das deutsche Bildungssystem, so Nuhr, versage bei der Vorbereitung von Schülern auf ein Studium und setze falsche Schwerpunkte: mehr Frontalunterricht statt sturem Pauken von Hausaufgaben wäre nötig.
Zur internationalen Lage bezeichnete Nuhr den US-Präsidenten Donald Trump als "großen Redner", räumte aber ein, dass dieser im Nahen Osten durchaus Spuren hinterlasse. Rückblickend auf frühere Regierungen gab er zu, die satirischen Möglichkeiten der Ampelkoalition zu vermissen. Dennoch finde er auch in der aktuellen schwarz-roten Regierung genug Absurditäten.
Nächstes Jahr jährt sich Nuhrs Bühnenpräsenz zum 40. Mal – ein Meilenstein in einer Karriere, die davon geprägt ist, Deutschlands wandelnde Politik zu beobachten und auf die Schippe zu nehmen.
Nuhrs Aussagen spiegeln sowohl Hoffnung als auch Skepsis wider, wenn es um Deutschlands Zukunft unter Merz geht. Die Reformagenda des Kanzlers steht vor Herausforderungen, von Bildungslücken bis zu wirtschaftlicher Produktivität. Doch eines ist sicher: Mit seiner langen Erfahrung wird Nuhr auch künftig genau hinschauen – und seinen Senf dazugeben.






