11 February 2026, 07:38

Duisburgs dunkles Erbe: Wie NS-Zwangssterilisationen vor Ort umgesetzt wurden

Ein altes Buch mit dem Titel "Z.D. Nürnberg, Deutschland, 1791" mit einem Stempel, der die erste Auflage anzeigt, mit handgeschriebenem Text auf seinen Seiten.

Duisburgs dunkles Erbe: Wie NS-Zwangssterilisationen vor Ort umgesetzt wurden

Öffentlicher Vortrag zu Zwangssterilisationen in Duisburg während der NS-Zeit am Donnerstag, 19. Februar

Am Donnerstag, dem 19. Februar, findet in der Gedenkstätte DenkStätte in Duisburg ein öffentlicher Vortrag über Zwangssterilisationen in der Stadt während der nationalsozialistischen Diktatur statt. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie lokale Behörden die rassenhygienischen Maßnahmen des Regimes umsetzten.

Die Veranstaltung beginnt um 18:15 Uhr im Stadtarchiv am Karmelplatz 5 im Duisburger Innenhafen. Referent ist Dr. Bernd Kern von der Universität Duisburg-Essen. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Die Teilnehmerzahl ist auf 60 Personen begrenzt.

Der Vortrag beleuchtet insbesondere das "Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses", das am 14. Juli 1933 in Kraft trat. Untersucht wird, wie diese Regelung in Duisburg bis 1949 angewendet wurde – eingebettet in die politischen, sozialen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Zeit. Anhand statistischer Auswertungen und Fallbeispiele werden die Abläufe analysiert, auch wenn konkrete lokale Zahlen und beteiligte Institutionen bis heute nicht vollständig dokumentiert sind.

Zuständig für die Anordnung von Sterilisationen waren bundesweit auch Duisburger Gerichte, darunter solche im Bezirk des Oberlandesgerichts Hamm. Detaillierte Unterlagen über das Ausmaß der Maßnahmen in der Stadt sind jedoch nicht erhalten geblieben.

Die Veranstaltung wirft einen kritischen Blick auf ein dunkles Kapitel der Duisburger Geschichte. Durch die Vorstellung von Fallstudien und rechtlichen Zusammenhängen soll aufgezeigt werden, wie die nationalsozialistische Rassenpolitik vor Ort umgesetzt wurde. Die Teilnahme steht allen Interessierten offen – ohne Voranmeldung.