18 June 2026, 12:32

Düsseldorf stoppt Milliarden-Opernhaus – andere Städte ziehen nach

Es gibt immer noch den bescheidenen Modernismus im Osten und Westen

Düsseldorf stoppt Milliarden-Opernhaus – andere Städte ziehen nach

Pläne für ein neues Milliarden-Opernhaus in Düsseldorf sind gescheitert. Die Stadt gab auch ein Vorhaben am Wehrhahn auf und führte das Gelände wieder in kommunale Regie zurück. Andere deutsche Städte überdenken nun ihre eigenen Kulturprojekte.

Ursprünglich wollte Düsseldorf sein Nachkriegs-Opernhaus durch einen Entwurf des Architekturbüros Snøhetta ersetzen. Doch als die Kosten auf 1,8 Milliarden Euro explodierten, stieg die Stadt aus dem Projekt aus. Mittlerweile liegt ein kostengünstigerer Alternativentwurf des Frankfurter Büros raumwerk vor.

In Rostock plante der von der CDU geführte Stadtrat, das Volkstheater abzureißen, um Platz für Neubauten zu schaffen. Das 1943 errichtete Gebäude entwickelte sich später zu einem Ikone der modernen Architektur der DDR. Das Landesamt für Kultur und Denkmalpflege in Schwerin griff ein und stellte große Teile des Bauwerks unter Schutz. Berühmtheit erlangte das Theater 1965 als Spielstätte der Weltpremiere von Peter Weiss’ „Marat/Sade“.

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Auch ein weiteres Projekt stoppte Düsseldorfs Oberbürgermeister Stephan Keller: Der Wehrhahn-Bauplatz wurde an die Stadt zurückgegeben. Nun liegt der Fokus auf der Sanierung des bestehenden Opernhauses am Hofgarten – die Kosten werden auf 400 bis 500 Millionen Euro geschätzt.

Die Absage an den Snøhetta-Entwurf und der Denkmalschutz für das Volkstheater deuten auf einen Trend hin: Deutsche Städte wenden sich zunehmend von teuren Kultur-Großprojekten ab. Stattdessen rückt die Sanierung bestehender Bauten in den Vordergrund.

Quelle