30 April 2026, 14:46

Eskalation bei der Berliner Zeitung: Streit um Reich-Osangs Abgang und politische Linie

Zeitung mit dem Text "Demokratische Presse: Eine Wochenzeitung" auf schwarzem Hintergrund.

Eskalation bei der Berliner Zeitung: Streit um Reich-Osangs Abgang und politische Linie

Bei der Berliner Zeitung ist ein Streit eskaliert, nachdem Verleger Holger Friedrich scharf auf Kritik des Journalisten Franz Sommerfeld reagiert hat. Im Mittelpunkt des Konflikts stehen der Abschied der leitenden Reporterin Anja Reich-Osang nach 30 Jahren sowie die politische Ausrichtung der Zeitung.

Friedrich wies Sommerfelds Vorwürfe als "völligen Unsinn" zurück und warf ihm vor, "gefährliche" Falschinformationen über Reich-Osangs Ausscheiden zu verbreiten. Der Streit begann, als Sommerfeld öffentlich die redaktionelle Linie der Berliner Zeitung nach Reich-Osangs Abgang infrage stellte. Friedrich konterte mit einem persönlichen Artikel, in dem er seine Position verteidigte. Sommerfelds Behauptungen über Reich-Osangs Anstellung bezeichnete er als haltlos und warnte, sie könnten dem Team schaden.

Zudem warf Friedrich dem Medienportal kress vor, einen "tendenziösen" und "erfundenen" Bericht über seine Ehefrau veröffentlicht zu haben. Trotz der Kritik lehnte er es ab, seinen ursprünglichen Text zu ändern, und beharrte darauf, dass seine Reaktion berechtigt sei.

Kritiker monierten jedoch Friedrichs Umgang mit der Situation. Ein Autor eines separaten Beitrags attestierte ihm ein "übersteigertes Ego" und mangelnde Bereitschaft, die eigene Rolle zu reflektieren – trotz seines bekundeten Engagements für journalistische Standards. Später räumte Friedrich ein, die Berliner Zeitung habe Sommerfelds Vorwürfe verstärkt, ohne klarzustellen, dass die Kritik ursprünglich von Sommerfeld selbst und nicht von der Redaktion stammte. Dies nannte er "problematisch" und forderte eine interne Aufarbeitung.

Sommerfelds ursprüngliche Kritik galt der sich wandelnden politischen Tonalität der Zeitung nach dem Abschied der erfahrenen Reporterin Reich-Osang im Mai.

Der Streit offenbart die Spannungen innerhalb der Berliner Zeitung über redaktionelle Unabhängigkeit und die Rechenschaftspflicht der Führung. Da Friedrich seine Aussagen nicht revidieren will, bleibt der Konflikt ungelöst. Reich-Osangs Abgang und die anschließende Kritik deuten auf tiefere Gräben bei der Frage hin, in welche Richtung sich die Zeitung künftig entwickeln soll.

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