15 March 2026, 06:34

EU-Saatgutgesetz bedroht Vielfalt: Kleine Erzeuger fürchten um ihre Existenz

Ein Buch mit dem Titel "Archias Saatgut-Jahrbuch 1941" mit einem Cover, das Tomaten, Gurken, Paprika und Gläser mit verschiedenen Gemüsen zeigt.

EU-Saatgutgesetz bedroht Vielfalt: Kleine Erzeuger fürchten um ihre Existenz

Ein geplanter EU-Gesetzentwurf zur Saatgut-Zulassung sorgt bei kleinen Erzeugern und Hobbygärtnern für Besorgnis. Die noch in Verhandlung befindliche Verordnung könnte hohe Gebühren und strenge Kontrollen für den Handel mit traditionellem Saatgut einführen. Kritiker warnen, dass seltene Pflanzensorten verschwinden könnten, falls die Regelungen wie geplant umgesetzt werden.

Zwischen dem Europäischen Parlament und dem Rat der Agrarminister herrscht Uneinigkeit über das neue Gesetz. Während das Parlament Ausnahmen fordert, um kleine Saatguthersteller zu schützen, setzt der Rat auf einen strengeren Ansatz mit verschärften Kontrollen. Die Verhandlungen über die finalen Details begannen im Februar 2026.

In Düsseldorf fürchten kleine Saatgutbetriebe, dass die neuen Gebühren sie in die Insolvenz treiben könnten. Michael Bonke, Organisator des jährlichen Saatgutfestes der Stadt, warnte, dass viele Händler die geplanten Vorschriften nicht überstehen dürften. Unterdessen arbeiten Saatgutbibliotheken in Köln und Neuss daran, die Artenvielfalt zu bewahren, indem sie kostenlose Saatgutleihe anbieten.

Auch Hobbygärtner könnten den Zugang zu Nischensorten verlieren, sollte das Gesetz verabschiedet werden. Claudia Neufurth von der Stadtbibliothek Neuss berichtete von großer Nachfrage nach bestimmten Sorten, die möglicherweise nicht mehr verfügbar wären, wenn kleine Anbieter vom Markt verschwinden. Die Selbstversorgerin Anne Mommertz ergänzte, dass ohne diese Erzeuger viele traditionelle Pflanzensorten mit der Zeit aussterben könnten.

Das Ergebnis der EU-Verhandlungen wird entscheiden, ob kleine Saatguthersteller weiterarbeiten können. Falls die strengeren Regeln durchgesetzt werden, könnten seltene Sorten schwerer zu finden sein, und Hobbygärtner müssten sich stärker auf standardisiertes Saatgut großer Konzerne verlassen. Die endgültige Entscheidung wird die Zukunft der Saatgutvielfalt in Europa prägen.

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