10 May 2026, 12:28

Felix Banaszak fordert neue Männlichkeit – und spaltet die Grünen damit

Plakat mit der Aufschrift "Toiletten sind genderneutral" betont die Geschlechtergerechtigkeit in den Toiletteneinrichtungen.

Felix Banaszak fordert neue Männlichkeit – und spaltet die Grünen damit

Die Debatte über Männlichkeit und Politik steht in Deutschland derzeit im Mittelpunkt. Felix Banaszak, Co-Vorsitzender der Grünen, spricht offen über toxisches Verhalten und Geschlechterrollen – sogar mit dem Eingeständnis, sich für Gewalt gegen Frauen zu schämen. Sein Ansatz stößt sowohl innerhalb seiner Partei als auch darüber hinaus auf Zustimmung und Skepsis.

Erstmals wandte sich Banaszak im Februar in einem Playboy-Interview an junge Männer. Dort argumentierte er, dass starre Geschlechterrollen nicht nur Frauen, sondern auch Männer schädigten, und rief sie dazu auf, feministische Ideen zu übernehmen. Sein in Pink gestrichenes Büro symbolisiert seine Abkehr von traditioneller Männlichkeit – auch wenn er anmerkte, dass der Fußballtorwart Tim Wiese bereits vor zwei Jahrzehnten dieselbe Farbe trug, ohne auf Kritik zu stoßen.

Sein Aufruf zu einer „Männerpolitik“ im April traf auf Widerstand beim Frauenrat der Grünen. Dieser hinterfragte, ob Banaszaks Fokus auf Männerfragen die bestehende feministische Arbeit in den Hintergrund drängen könnte. Gleichzeitig schlug Rasmus Andresen, Grünen-Abgeordneter im Europaparlament, vor, mit jungen Männern gemeinsame Schnittmengen in linken Themen wie Klimaschutz und sozialer Gerechtigkeit zu finden.

Die politische Spaltung unter jungen Wählern hat die Diskussion weiter zugespitzt. Bei der letzten Bundestagswahl tendierten Männer unter 24 Jahren stärker zur rechtsextremen AfD als gleichaltrige Frauen. Der AfD-Politiker Maximilian Krah behauptete sogar in einem Wahlvideo 2024, junge Männer, die Schwierigkeiten hätten, Partnerinnen zu finden, sollten „nach rechts“ stehen. Dies steht im scharfen Kontrast zum Grünen-Manifest von 2010 mit dem Titel Männer, gebt Macht ab! Es lohnt sich, das männliche Politiker aufforderte, zurückzutreten und Einfluss zu teilen.

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Banaszaks Bemühungen, Männer für den Feminismus zu gewinnen, kommen zu einer Zeit großer Polarisierung. Sein Eingeständnis von Scham über Gewalt gegen Frauen und seine Infragestellung traditioneller Rollenbilder haben die Debatten innerhalb der Grünen neu entfacht. Die Partei steht nun vor der Herausforderung, seine Initiative mit den langjährigen feministischen Prioritäten in Einklang zu bringen.

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