25 May 2026, 02:30

Florentina Holzinger revolutioniert das Pfingstspiel mit brutaler Schönheit und Technik

Florentina Holzingers 'Pfingstspiel' mit Friedenstauben und Monstertrucks

Florentina Holzinger revolutioniert das Pfingstspiel mit brutaler Schönheit und Technik

Florentina Holzinger inszeniert ein kühnes Pfingstspiel im Wiener Eislaufverein – ein spektakuläres Debüt ihrer Art

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Mit ihrer ersten Produktion dieser Gattung hat Florentina Holzinger im Wiener Eislaufverein ein mutiges Pfingstspiel auf die Bühne gebracht. Die Aufführung verband extreme Körperlichkeit mit beeindruckender Technik und hinterließ beim Publikum unvergessliche Bilder. Inspiriert vom provokativen Erbe Hermann Nitschs, sprengte die Inszenierung alle Grenzen – sowohl in ihrem Ausmaß als auch in ihrer Intensität.

Der Abend begann mit einem dramatischen Abstieg: Eine nackte Frau bewegte sich in Zeitlupe an der Fassade des Wiener Hotels Intercontinental hinab. Im Inneren des Veranstaltungsorts übernahm Holzingers rein weibliches Ensemble die Regie – auf Dirt Bikes reitend und einen Monstertruck steuernd. Einer der prägnantesten Momente zeigte, wie der Truck einen Panzer zermalmte – ein symbolischer Appell für Frieden.

Technik spielte eine zentrale Rolle: Drohnen besprühten eine Darstellerin, die in einer Kreuzigungspose schwebte, mit roter Farbe. Die verwendeten Materialien waren opulent – von Motorrädern bis zu Fallschirmsprüngen –, jedes Element steigerte die körperlichen Anforderungen an die Performenden. Holzingers Ansatz behandelte den Körper als Verlängerung der Maschine und schuf so ein rohes, immersives Erlebnis.

Das Publikum wurde anschließend nach Schloss Prinzendorf gebracht, dem historischen Sitz von Nitschs Orgien-Mysterien-Theater. Dort entfaltete sich das Finale mit einer düsteren Neuinterpretation des Letzten Abendmahls. Die Darstellerinnen ertrugen Haken, die sich in ihre Schultern und Knie bohrten, während ihre Körper sanft über der Menge schwebten. Die Nacht endete mit Holzinger und ihrem Ensemble, die schwebend in der Luft hingen – ihre Silhouetten zeichneten sich gegen den Himmel ab.

Holzingers Produktion verschmolz Spektakel mit Ausdauer und baute auf Nitschs provokativen Traditionen auf. Die Aufführung forderte das Theaterverständnis heraus, indem sie Brutalität mit Momenten zerbrechlicher Schönheit verband. Durch die Mischung aus Technik, extremer Körperlichkeit und symbolträchtigen Gesten hat sich das Stück als herausragendes Ereignis der zeitgenössischen Performancekunst etabliert.

Quelle