Ford Köln schrumpft radikal: Von 18.000 auf 9.000 Jobs in fünf Jahren
Evelin KostolzinBogeyman der Entlassungen verschwindet bei Ford - Ford Köln schrumpft radikal: Von 18.000 auf 9.000 Jobs in fünf Jahren
Fords Werk in Köln durchläuft tiefgreifende Veränderungen, während der Konzern seinen Fokus auf Elektrofahrzeuge verlagert. Die Belegschaft ist drastisch geschrumpft – von 18.000 Beschäftigten im Jahr 2019 auf nur noch 9.000 heute. Diese Kürzungen folgen auf schwächere als erwartete Absatzzahlen, die Ford Deutschland in die Verlustzone gedrängt haben.
Das Unternehmen hat sein Ziel, im Rahmen eines im vergangenen Sommer vereinbarten Sparprogramms 2.900 Stellen abzubauen, bereits erreicht. Rund 2.100 Mitarbeiter nahmen ein freiwilliges Abfindungsangebot an, wodurch Ford betriebsbedingte Kündigungen vermeiden konnte. Doch im Januar wurden fast 1.000 Produktionsjobs überraschend gestrichen, als das Werk wegen der geringen Nachfrage nach Elektroautos von zwei auf eine Schicht umstellte.
Ford hat zudem Milliarden investiert, um den Kölner Standort für die Elektrofahrzeugproduktion zu modernisieren. Dennoch werden Teile des Betriebs – darunter die Werkzeugfertigung und der Druckguss – zum Verkauf vorbereitet. Etwa 800 Arbeitsplätze sollen in diese Bereiche überführt werden, doch bisher wurden keine offiziellen Käufer genannt.
Die Stellenstreichungen sind Teil von Fords Bemühungen, wieder in die Gewinnzone zu kommen. Die Absatzzahlen bei Elektrofahrzeugen blieben hinter den Erwartungen zurück, sodass die deutsche Tochter weiter mit finanziellen Problemen kämpft.
Aktuell beschäftigt das Werk noch rund 9.000 Mitarbeiter – ein Rückgang gegenüber 10.500 zu Beginn dieses Jahres und 18.000 im Jahr 2019. Da für die zum Verkauf stehenden Sparten noch keine Investoren feststehen, bleibt die Zukunft dieser 800 Arbeitsplätze ungewiss. Ford passt seine Strukturen weiterhin an, während es sich in dem schwierigen Marktumfeld für Elektrofahrzeuge behaupten muss.