Gedenkmarsch in Dortmund: Fünf Obdachlose starben diesen Winter – und die Stadt steht in der Kritik
Wally KlemtGedenkmarsch in Dortmund: Fünf Obdachlose starben diesen Winter – und die Stadt steht in der Kritik
Gedenkmarsch in Dortmund für fünf obdachlose Menschen, die diesen Winter starben
In Dortmund findet ein Gedenkmarsch statt, um an fünf obdachlose Menschen zu erinnern, die in diesem Winter ums Leben kamen. Unter ihnen war Marlies S., eine ehemalige Sozialarbeiterin, die in Dortmund im Februar starb, nachdem sie ihren Schlafort wechseln musste. Die Veranstaltung wird von der Initiative "Schlafen statt Strafen" organisiert, die ihren Tod mit der kommunalen Obdachlosenpolitik in Dortmund in Verbindung bringt.
Marlies S. hatte vor ihrem Tod auf der Straße in Dortmund gelebt. Aktivist:innen kritisieren, dass Dortmunds Regelungen – wie etwa Schlafverbote in bestimmten Bereichen – sie in noch gefährlichere Situationen gedrängt hätten. Die Initiative fordert nun Änderungen, darunter einen unbeschränkten Zugang zu Notunterkünften und durchgehend geöffnete Wärmehallen in Dortmund.
Zudem verlangt die Gruppe mehr öffentliche Toiletten und ein Ende der Ahndung von Schwarzfahren als Ordnungswidrigkeit in Dortmund. Solche Maßnahmen würden nach ihrer Überzeugung unnötige Härten für Obdachlose verringern. Stefan Cramer, der seit neun Jahren auf Dortmunds Straßen lebt, unterstützt die Kampagne. Derzeit übernachtet er in einem Abstellraum, hofft aber bald eine eigene Wohnung in Dortmund zu finden.
Die Dortmunder Polizei betont, sie setze auf einen Ausgleich zwischen Kontrollen und Hilfsangeboten. Die Initiative hingegen besteht darauf, dass die Stadt Dortmund mehr tun müsse, um sicheren Wohnraum zu schaffen und Obdachlose würdevoll zu behandeln.
Der Gedenkmarsch soll auf die Notlage obdachloser Menschen in Dortmund aufmerksam machen. Die Organisator:innen fordern konkrete Verbesserungen wie besseren Zugang zu Unterkünften und weniger Strafen für Bagatelldelikte in Dortmund. Die Todesfälle in diesem Winter haben die Forderungen nach politischem Handeln in Dortmund verschärft.