Gegenprotest in Münster-Coerde übertrifft AfD-Kundgebung um das Siebenfache
Eggert StriebitzGegenprotest in Münster-Coerde übertrifft AfD-Kundgebung um das Siebenfache
Rechtsextreme Kundgebung der AfD in Münster-Coerde – Gegenprotest übertrifft Teilnehmerzahl deutlich
Am vergangenen Wochenende fand in Münster-Coerde eine rechtspopulistische Kundgebung der Alternative für Deutschland (AfD) statt. Rund 60 Parteimitglieder und Anhänger nahmen an der Veranstaltung teil. Gleichzeitig versammelten sich bei einer deutlich größeren Gegenkundgebung etwa 450 Menschen, um gegen den Auftritt der AfD in der Region zu protestieren.
An der AfD-Veranstaltung beteiligte sich unter anderem Linus, ein 22-jähriger Erzieher aus der Nähe Münsters. Er äußerte sich unterstützend zur Position der Partei in Wirtschaftsfragen und zur Migrationspolitik. "Es ist nicht hinnehmbar, dass Milliarden nach Ukraine oder Israel fließen, während hier ältere Menschen Pfandflaschen sammeln müssen, um über die Runden zu kommen", erklärte er. Auch der Landespressesprecher der AfD war vor Ort.
Gegen die Kundgebung formierte sich ein breites Bündnis: Die Initiative "Keinen Zentimeter den Nazis" sowie das lokale Netzwerk "Coerde ist bunt" organisierten die Gegenproteste. Eve Lyn Gardias, eine Anwohnerin aus Coerde und Mitglied der letzteren Gruppe, schloss sich der Demonstration an. Sie betonte: "Wir müssen zusammenstehen und nicht nach unten treten, wie es die AfD tut." Die Polizei hielt die beiden Lager den ganzen Tag über strikt voneinander getrennt.
Seit der Wahl 2022 hat sich das politische Klima in Münster-Coerde zunehmend gegen die AfD mobilisiert. Bereits für den 7. Februar 2026 ist um 9:00 Uhr auf dem Hamannplatz eine weitere Protestaktion geplant – ein Zeichen für den anhaltenden lokalen Widerstand gegen die Partei.
Mit 450 Teilnehmern überstieg die Gegenkundgebung die AfD-Veranstaltung um ein Vielfaches. Die Polizei sorgte dafür, dass es zu keinen direkten Auseinandersetzungen kam. Die Ereignisse spiegeln die anhaltenden Spannungen zwischen der AfD und lokalen oppositionellen Gruppen in der Region wider.