Gerechtigkeit nach 80 Jahren: Schmidt-Rottluff-Gemälde kehrt zu Hess-Erben zurück
Evelin KostolzinBeutekunst: Gemälde bleibt in Wuppertal - Gerechtigkeit nach 80 Jahren: Schmidt-Rottluff-Gemälde kehrt zu Hess-Erben zurück
Ein Gemälde von Karl Schmidt-Rottluff wurde an die Erben einer jüdischen Familie zurückgegeben, die von den Nationalsozialisten verfolgt wurde. Das Von der Heydt-Museum in Wuppertal erwarb das Kunstwerk anschließend zurück und sicherte so dessen Verbleib in seiner Sammlung. Dies ist die zweite bedeutende Restitution an die Hess-Erben in Nordrhein-Westfalen in diesem Jahr.
Das 1914 entstandene Bild Zwei Frauen (Frauen in Grün) gehörte ursprünglich Alfred Hess, einem jüdischen Industriellen. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 wurde das Werk zur sicheren Verwahrung in die Schweiz gebracht. Vier Jahre später schickte Thekla Hess, die Witwe Alfreds, es unter Druck der Gestapo zurück nach Deutschland.
Bis 1947 gelangte das Gemälde in den Bestand des Wuppertaler Städtischen Museums, dem heutigen Von der Heydt-Museum. Jahrzehnte später einigte sich das Museum mit den Nachfahren der Familie Hess, sodass das Werk in der Sammlung bleiben konnte. Die Finanzierung des Rückkaufs erfolgte aus verschiedenen Quellen, darunter die Freiherr-von-der-Heydt-Stiftung und die Kulturstiftung der Länder.
Für die Familie Hess ist dies nicht die erste Restitution: 2006 wurde bereits Ernst Ludwig Kirchners Berliner Straßenbild an sie zurückgegeben, nachdem es während der NS-Zeit beschlagnahmt worden war.
Die Vereinbarung stellt sicher, dass das Schmidt-Rottluff-Gemälde weiterhin der Öffentlichkeit in Wuppertal zugänglich bleibt. Der Fall reiht sich in eine Serie von Restitutionen an die Hess-Erben ein und trägt zur Aufarbeitung der historischen Ungerechtigkeiten aus der NS-Zeit bei. Mehrere Institutionen arbeiteten zusammen, um die weitere Präsentation des Kunstwerks im Museum zu ermöglichen.






