Gil Ofarim räumt Lügen ein: Wie ein erfundener Antisemitismus-Vorwurf eskalierte
Wally KlemtGil Ofarim Behauptet: Video ist eine Fälschung - Gil Ofarim räumt Lügen ein: Wie ein erfundener Antisemitismus-Vorwurf eskalierte
Im Oktober 2021 warf der Sänger Gil Ofarim einem Mitarbeiter eines Leipziger Hotels Antisemitismus vor, nachdem es angeblich zu einer Auseinandersetzung wegen seiner Davidstern-Halskette gekommen war. Der Fall sorgte für großes Aufsehen, nahm jedoch eine dramatische Wende, als Ofarim später vor Gericht zugab, die Vorfälle erfunden zu haben.
Nun sind neue Details über die Überwachungsaufnahmen, die rechtlichen Auseinandersetzungen und die endgültige Beilegung der Kontroverse bekannt geworden.
Der Streit begann, als Ofarim behauptete, ein Hotelangestellter habe ihn aufgefordert, seine Davidstern-Kette zu verstecken, da sie anstößig sei. Er verbreitete den Vorwurf in einem viral gegangenen Video, das öffentliche Empörung auslöste. Der Mitarbeiter wurde vorläufig suspendiert, erhielt Todesdrohungen und bestritt die Anschuldigungen, bevor er rechtliche Schritte gegen den Sänger einleitete.
Später tauchten Hotelüberwachungsaufnahmen auf, die keine Spur der Halskette während des Vorfalls zeigten. Ofarim reagierte darauf mit der Behauptung, die Aufnahme sei manipuliert und es fehlten entscheidende Sekunden. Zudem behauptete er, ein Zeuge habe bestätigt, dass er die Kette getragen habe – eine solche Aussage wurde jedoch nie öffentlich bestätigt.
Im November 2023 gestand Ofarim vor Gericht, dass seine ursprüngliche Schilderung falsch gewesen war. Dennoch wurde das Verfahren eingestellt, nachdem er 10.000 Euro als Entschädigung an die jüdische Gemeinde Leipzig und die Stiftung für die Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz gezahlt hatte. Später berief er sich auf eine Vertraulichkeitsvereinbarung als Grund für sein Schweigen, doch der Anwalt des Mitarbeiters stellte klar, dass es eine solche Vereinbarung nie gegeben habe – es lag lediglich eine Unterlassungserklärung vor.
Bei einem Auftritt in der Sendung Ich bin ein Star – Holt mich hier raus! im Jahr 2024 brach Ofarim sein Schweigen erneut und wiederholte die Behauptung, das Video sei nicht das Original und sei verfälscht worden. Das Hotel selbst gab nie eine öffentliche Stellungnahme ab, sodass die rechtliche Auseinandersetzung des Mitarbeiters die einzige formelle Reaktion auf die Vorwürfe blieb.
Der Fall endete ohne formelles Urteil, doch Ofarims Geständnis und die Entschädigungszahlung markierten seinen Abschluss. Der zunächst suspendierte und bedrohte Mitarbeiter hatte rechtliche Schritte eingeleitet, bevor die Angelegenheit geregelt wurde. Die Kontroverse zeigte die Spannungen zwischen Beweisführung, öffentlichen Anschuldigungen und den Folgen falscher Vorwürfe auf.