14 January 2026, 14:38

Glatteischaos: Bundesländer setzen Präsenzunterricht aus – und Eltern stehen vor Betreuungsnot

Eine Schule mit einem vor dem Gebäude geparkten Auto, das ein Willkommensschild, Pflanzen, Bäume, Menschen, Pfosten, Drähte und einen bewölkten Himmel zeigt.

Glatteischaos: Bundesländer setzen Präsenzunterricht aus – und Eltern stehen vor Betreuungsnot

Mehrere Bundesländer stellen Präsenzunterricht wegen Glatteis ein

Mehrere deutsche Bundesländer haben am Montag, dem 12. Januar 2026, den Präsenzunterricht ausgesetzt oder Schulen geschlossen, nachdem vor extremer Glatteisgefahr gewarnt worden war. Der plötzliche Wechsel zum Distanzunterricht wirft jedoch Fragen zur Kinderbetreuung für berufstätige Eltern auf und verschärft die Debatte über die Chancengerechtigkeit der digitalen Bildung für alle Schülerinnen und Schüler.

In Nordrhein-Westfalen wurde flächendeckend auf Distanzunterricht umgestellt, wobei für Kinder, die dennoch die Schulen besuchten, eine Betreuung sichergestellt wurde. Bremen und das Saarland beschränkten ihr Angebot auf eine Notbetreuung. Weite Teile Niedersachsens und Hessens strichen den regulären Unterricht, während Sachsen-Anhalt in einigen Regionen den Schulbusverkehr einstellte und die Schulen damit auf sich allein gestellt ließ, den Fernunterricht zu organisieren.

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Kritiker monieren, die Behörden hätten stattdessen mehr dafür tun können, die Schulwege sicher zu gestalten, anstatt die Schulen zu schließen. Eine Studie aus dem Jahr 2018 zeigte, dass viele Schülerinnen und Schüler nur kurze Strecken zurücklegen müssen – die Räumung der Wege hätte demnach eine bessere Lösung sein können. Alternativ hätte man einen klassischen „Schneefreien Tag“ ausrufen können, um zu verhindern, dass Schüler durch ungleiche Zugangsmöglichkeiten zum Distanzlernen zurückfallen. Nicht alle Familien verfügen über einen stabilen Internetzugang, einen ruhigen Arbeitsplatz oder elterliche Unterstützung für den Online-Unterricht. Dies verschärft die Sorge um Bildungsungerechtigkeit, da einige Kinder stärker benachteiligt werden könnten als andere. Auch Lehrkräfte stehen vor der Herausforderung, ihren Unterricht kurzfristig auf digitale Formate umzustellen – was Zweifel an der Wirksamkeit des Fernunterrichts aufkommen lässt.

Die Schließungen bringen berufstätige Eltern in Zugzwang, spontan für Betreuungslösungen zu sorgen, während Schüler mit ungleichen Lernbedingungen konfrontiert sind. Angesichts der offenen Fragen zu Fairness und Praktikabilität zeigt die Maßnahme, wie schwierig es ist, Sicherheit und gleichen Zugang zu Bildung bei extremen Winterbedingungen in Einklang zu bringen.