08 June 2026, 12:32

GLS Bank in der Kritik: Kontoschließungen bei DKP und Roter Hilfe entfachen Proteststurm

Selbstkritik im Aufsichtsrat der Genossenschaftsbank

GLS Bank in der Kritik: Kontoschließungen bei DKP und Roter Hilfe entfachen Proteststurm

Die GLS Bank steht nach der Schließung von Konten der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP) und der Gefangenenhilfsorganisation Rote Hilfe massiv in der Kritik. Als Tausende eine offene Protestnote unterzeichneten, die der Bank vorwerfen, ihre ethischen Grundsätze verraten zu haben, kam es zu heftigen Reaktionen. Die Bank betont hingegen, ausschließlich aus rechtlichen und regulatorischen Gründen gehandelt zu haben.

Auslöser des Streits war die Kündigung der Geschäftsbeziehung mit der DKP, die die GLS Bank mit einem Vertrauensbruch begründete. Die Partei reagierte, indem sie die Verbindung zur Bank abbrach und zu den deutschen öffentlichen Sparkassen wechselte – diese sind gesetzlich verpflichtet, Konten anzubieten. Die Konten der Roten Hilfe bei der GLS Bank blieben nach direkten Verhandlungen zwar erhalten, obwohl die Organisation zuvor bereits eine gerichtliche Verfügung erstritten hatte, die die Sparkasse Göttingen zwang, ihre Dienstleistungen aufrechtzuerhalten.

In einem von Tausenden unterstützten offenen Brief wurde die GLS Bank aufgefordert, ihre Entscheidung rückgängig zu machen, und vor einem „dramatischen Vertrauensverlust“ gewarnt. Doch auf der Mitgliederversammlung in Bochum bestätigten 676 von 720 Anwesenden die Bankführung in ihrem Kurs. Die GLS wies Vorwürfe politischer Voreingenommenheit zurück und erklärte, die Kontoschließungen seien aufgrund strenger gesetzlicher Vorgaben erfolgt – insbesondere wegen Meldepflichten bei Verdacht auf Geldwäsche oder Terrorismusfinanzierung.

DKP und Rote Hilfe führen die Schließungen auf Sanktionen zurück, die unter dem ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump eingeführt wurden. Trotz der Proteste hält die GLS Bank an ihrer Position fest und betont, die Maßnahmen seien notwendig gewesen, um regulatorische Anforderungen zu erfüllen.

Während die DKP nun nach neuen Bankpartnern sucht, darf die Rote Hilfe ihre Konten bei der GLS behalten. Der Fall zeigt die Spannungen zwischen ethischem Banking und regulatorischen Zwängen auf. Vorerst bleibt die Haltung der Bank unverändert – trotz des öffentlichen Aufschreis wurde ihre Führung von der Mehrheit der Mitglieder bestätigt.

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