Henkel erhöht Preise wegen explodierender Öl- und Logistikkosten durch Nahost-Krise
Evelin KostolzinHenkel erhöht Preise wegen explodierender Öl- und Logistikkosten durch Nahost-Krise
Henkel kämpft mit steigenden Kosten durch höhere Ölpreise
Die steigenden Ölpreise treiben bei Henkel die Material-, Lieferketten- und Logistikkosten in die Höhe. Das Unternehmen, zu dem Marken wie Persil und Schwarzkopf gehören, reagiert darauf mit Preiserhöhungen, um die Belastungen auszugleichen.
Die anhaltende geopolitische Krise im Nahen Osten hat in den vergangenen sechs Monaten globale Lieferketten durcheinandergebracht. Zwar spürt Henkel noch keine schweren direkten Auswirkungen, doch die Lage erhöht die Kosten in allen Unternehmensbereichen. Der Konflikt mit Beteiligung des Irans und die Bedrohung der Straße von Hormus führen zu längeren Transportzeiten und höheren Frachtkosten. Als Vorsichtsmaßnahme steigen die Preise für Öl und Gold – mit Folgen für Unternehmen weltweit. Rund 20 Prozent der globalen Öl- und Gaslieferungen – etwa 20 Millionen Barrel pro Tag – könnten gefährdet sein, was Firmen zwingt, sich auf Engpässe und Preissprünge vorzubereiten.
Henkel, das weltweit etwa 47.000 Mitarbeiter beschäftigt, spürt die Auswirkungen vor allem über die gestiegenen ölabhängigen Kosten. Zulieferer und Logistikunternehmen geben ihre eigenen Mehrkosten weiter, was die Margen des Konzerns belastet. Um gegenzusteuern, erhöht Henkel die Preise für seine Produkte und setzt auf die starke Markentreue seiner Kunden.
Unternehmenschef Carsten Knobel warnt davor, die Preisanpassungen hinauszuzögern – Zögern könnte die finanzielle Belastung noch verschärfen. Gleichzeitig betont das Unternehmen die Produktqualität, um die höheren Kosten zu rechtfertigen. Trotz der Herausforderungen hofft Henkel, dass sich die Krise nicht über das gesamte Jahr hinzieht.
2021 erzielte der Konzern einen Umsatz von rund 20,5 Milliarden Euro und unterstrich damit seine Bedeutung im Konsumgütermarkt. Mit weniger als 20 Prozent der Belegschaft in Deutschland muss sich Henkel mit seinen globalen Aktivitäten an die veränderte wirtschaftliche Lage anpassen.
Als Reaktion auf die Krise setzt das Unternehmen auf Preiserhöhungen und die Stärkung seiner Produktpalette. Gleichzeitig beobachtet Henkel die Risiken in den Lieferketten und bereitet sich auf anhaltenden Kostendruck vor. Bisher halten die bekannten Marken trotz der steigenden Ausgaben das Vertrauen der Kunden.






