30 January 2026, 11:25

HKM-Arbeiter protestieren gegen Thyssenkrupp: Dividende statt Sozialplan?

Eine Gruppe von Menschen demonstriert vor einem Gebäude, hält Fahnen und Schilder hoch, mit Fahrzeugen auf der Straße und einem Schild auf der rechten Seite.

Thyssenkrupp-Mitarbeiter fordern Dividendenverzicht - HKM-Arbeiter protestieren gegen Thyssenkrupp: Dividende statt Sozialplan?

Arbeiter der HKM, eines der großen Stahlwerke in Duisburg, haben vor der Hauptversammlung von Thyssenkrupp in Bochum Proteste organisiert. Sie forderten einen Sozialtarifvertrag, um die anstehenden Stellenstreichungen im Unternehmensregister sozial abzufedern. Gleichzeitig riefen sie die Aktionäre auf, die geplante Dividendenausschüttung in Höhe von 93 Millionen Euro abzulehnen und stattdessen die Belegschaft während der Umstrukturierung zu unterstützen.

Rund 3.000 Beschäftigte bei HKM – einem Joint Venture von Thyssenkrupp Steel, Salzgitter und Vallourec – müssen sich auf Entlassungen einstellen. Marco Gasse, der Vorsitzende des Betriebsrats, führte die Proteste vor dem Veranstaltungsort an und drängte das Unternehmen, endlich einen Sozialtarifvertrag abzuschließen, um die Folgen für die Mitarbeiter im Handelsregister abzumildern.

Die mächtige Industriegewerkschaft Metall (IG Metall) warf Thyssenkrupp vor, die Belegschaft zu ignorieren. Die Gewerkschaft argumentierte, dass die Ausschüttung einer Dividende von 15 Cent pro Aktie – insgesamt 93 Millionen Euro – finanziell unverantwortlich sei. Dies sende ein falsches Signal und zeige mangelnde Verbundenheit mit den Beschäftigten, deren Zukunft unsicher sei.

Die Arbeiter forderten die Aktionäre zudem auf, ganz auf Dividenden zu verzichten. Ihre Botschaft war klar: Die Mittel sollten lieber in den Erhalt von Arbeitsplätzen fließen als in Auszahlungen an Investoren. Die Proteste unterstreichen die wachsenden Spannungen, während sich das Unternehmen auf die Umstrukturierung vorbereitet.

Im Kern geht es in dem Konflikt um die Abwägung zwischen finanziellen Renditen für die Anleger und dem Schutz der Arbeitsplätze bei HKM. Thyssenkrupp steht nun unter Druck, vor den Entlassungen eine soziale Vereinbarung auszuhandeln. Das Ergebnis wird zeigen, wie das Unternehmen den Übergang für seine Belegschaft gestaltet.