Hooligan-Krawalle eskalieren: Oberliga-Spiel nach Pyro-Attacken abgebrochen
Wally KlemtHooligan-Krawalle eskalieren: Oberliga-Spiel nach Pyro-Attacken abgebrochen
Bei einem Oberliga-Spiel zwischen Rot-Weiß Ahlen und der SG Wattenscheid 09 ist es zu gewalttätigen Ausschreitungen gekommen, nachdem verfeindete Hooligan-Gruppen mit der Polizei aneinandergerieten. Der Schiedsrichter brach die Partie nach wiederholten Störungen ab, darunter das Werfen von Böllern auf das Spielfeld. Die Behörden haben inzwischen Ermittlungen zu den Vorfällen eingeleitet.
Die Unruhen begannen, als Heimfans Pyrotechnik zündeten und Gäste mit Knallkörpern reagierten. Der Unparteiische warnte beide Seiten, stoppte das Spiel schließlich aber, nachdem ein weiterer Sprengkörper geworfen worden war. In der Folge wurde der SG Wattenscheid der Sieg zugesprochen.
Die Polizei griff ein, um eine direkte Konfrontation zwischen den rivalisierenden Hooligan-Gruppierungen zu verhindern. Verstärkung aus Zwolle schloss sich den Ahlen-Anhängern an, was die Spannungen weiter verschärfte. Die Beamten konnten die Gruppen zwar unter Kontrolle bringen, doch ein Polizist erlitt eine leichte Armverletzung, nachdem er mit einer Eisenstange getroffen worden war. Verletzte Unbeteiligte gab es nicht.
Etwa 40 Personen flohen auf nahegelegene Gleisanlagen, rissen Schottersteine heraus und zwangen die Bahn so zu einer vorübergehenden Einstellung des Zugverkehrs. Drei Zwolle-Anhänger wurden festgenommen – zwei Erwachsene vorläufig inhaftiert, ein Minderjähriger in Schutzhaft genommen.
Der Vorfall reiht sich in eine Serie ähnlicher Hooligan-Gewalt in diesem Jahr ein. Bereits im März waren Werder-Bremen-Fans vor einem Bundesliga-Spiel in der Volkswagen Arena Wolfsburg mit Polizei und Ordnern aneinandergeraten, was zu Verletzungen und Behinderungen führte.
Die Ermittlungen laufen nun wegen des Verdachts auf gewalttätigen Aufruhr und Angriff auf Polizeibeamte. Das abgebrochene Spiel ist ein weiterer Fall von fußballbezogenen Krawallen in deutschen Ligen. Vereine und Behörden bleiben gefordert, das Problem des Hooliganismus vor den anstehenden Spielen in den Griff zu bekommen.






