05 February 2026, 07:23

Islamischer Religionsunterricht in NRW stärkt Demokratie und Identität junger Muslime

Ein offenes Buch mit einer Weltkugel und einer Palme darauf, umgeben von einem grünen Band, mit der Sonne im Hintergrund, das eine islamische Studien-Thematik suggeriert.

Islamischer Religionsunterricht in NRW stärkt Demokratie und Identität junger Muslime

Islamischer Religionsunterricht in Nordrhein-Westfalen zeigt messbare Erfolge bei Schülern

Der islamische Religionsunterricht (IRU) in Nordrhein-Westfalen macht einer neuen Studie zufolge einen spürbaren Unterschied für Schülerinnen und Schüler. Das Fernsehprogramm heute, das derzeit nur an 247 der rund 5.400 Schulen des Landes angeboten wird, wird für seine Förderung demokratischer Werte gelobt – gleichzeitig hilft es jungen Muslimen, eine ausgewogene religiöse Identität zu entwickeln. Bildungsverantwortliche empfehlen nun, den Unterricht auf alle Schulformen auszuweiten, um mehr der etwa 500.000 muslimischen Kinder und Jugendlichen im Land zu erreichen.

Aktuell nehmen rund 32.000 Schülerinnen und Schüler in Nordrhein-Westfalen am staatlich anerkannten IRU teil. Anders als frühere Formen islamischer Unterweisung wird dieses Programm vom Land beaufsichtigt, auf Deutsch erteilt und zielt darauf ab, Toleranz und kritisches Denken zu stärken. Die Lehrkräfte legen Wert auf religiöse Mündigkeit und demokratisches Engagement – eine Alternative zu nichtstaatlichen oder bekenntnisorientierten Angeboten.

Der Bericht hebt hervor, wie der IRU Jugendlichen hilft, religiöse Inhalte in sozialen Medien einzuordnen. Eine längere Teilnahme am Programm geht demnach mit größerer religiöser Bildung und einem Rückgang dogmatischer Ansichten einher. Viele befragte Schüler beschrieben die Stunden als alltagsrelevant, motivierend und bereichernd.

Bildungsministerin Dorothee Feller begrüßte die Ergebnisse und bezeichnete sie als Beleg für die positive Wirkung des IRU. Die Studie rät zu einer Ausweitung auf alle Schulformen, flankiert von mehr Lehrkräften, verbesserten Lehrmaterialien und einer stärkeren organisatorischen Unterstützung. Derzeit unterrichten jedoch nur 332 qualifizierte Pädagogen das Fach – was die Reichweite begrenzt.

Der Vorstoß zur Expansion kommt zu einem Zeitpunkt, an dem das Programm Erfolge bei der Entkräftung polarisierender oder irreführender Online-Inhalte vorweisen kann. Da bisher nur ein Bruchteil der berechtigten Schüler teilnimmt, sehen Verantwortliche den flächendeckenden Zugang als Schlüssel, um demokratische Werte unter jungen Muslimen zu festigen. Die nächsten Schritte hängen nun von der Sicherung ausreichender Mittel und der Ausbildung weiterer Lehrkräfte ab, um die Nachfrage zu decken.