Jacques Tilly provoziert mit neuem Motivwagen gegen Putin und Trump
Eggert StriebitzJacques Tilly provoziert mit neuem Motivwagen gegen Putin und Trump
Düsseldorfs berühmter Bildhauer Jacques Tilly wird beim Rosenmontagszug 2026 ein provokantes neues Motivwagen-Debüt präsentieren. Die Installation, die am 16. Februar erstmals zu sehen sein wird, nimmt mit einem brisanten historischen Verweis sowohl Wladimir Putin als auch Donald Trump ins Visier. Dies geschieht zu einem Zeitpunkt, in dem Tilly in Russland wegen seiner früheren satirischen Darstellungen des Kremlchefs vor Gericht steht.
Sein neuestes Werk mit dem Titel „Hitler-Stalin-Pakt 2.0“ zeigt Putin und Trump beim Händedruck, während sie zwischen sich den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zerdrücken. Der Wagen setzt Tillys langjährige kritische Auseinandersetzung mit Putin fort, der seit Jahren eine seiner bevorzugten Ziele für scharfe politische Satire ist. Russische Behörden werfen dem Künstler vor, falsche Nachrichten über die russische Armee zu verbreiten und Hass zu schüren – Vorwürfe, die er zurückweist.
Wie üblich hält Tilly seine Entwürfe bis zum Umzugszug geheim, sodass die volle Wirkung des Motivwagens erst am Tag selbst zu erleben sein wird. Seine Arbeiten verspotten regelmäßig mächtige Persönlichkeiten – von Politikern bis hin zu religiösen Institutionen – und bedienen sich dabei der narrativen Freiheit eines Hofnarren. Der Prozess gegen Tilly in Russland ist für den 24. Dezember angesetzt, doch er wird nicht erscheinen und behauptet, nie offiziell vorgeladen worden zu sein. Der diesjährige Wagen ist eine direkte Reaktion auf die juristischen Schritte gegen ihn. Tilly bezeichnet ihn als eine „feine Antwort“ an Putin und unterstreicht damit seinen unnachgiebigen Umgang mit Satire.
Der Wagen wird Teil des Düsseldorfer Karnevalsumzugs sein, der für seine beißende politische Kommentare bekannt ist. Da Tilly dem russischen Prozess fernbleibt, wird das Verfahren ohne ihn stattfinden. Sein neuestes Werk sorgt indes dafür, dass die Debatte über Meinungsfreiheit und Satire noch lange nach dem Ende des Umzugs weitergeht.






