24 December 2025, 05:05

Kaiserin im Zeitalter des Niedergangs: Große Sisi-Ausstellung geplant

Eine Frau ist in der Mitte des Bildes dargestellt, mit Text oben.

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Eine große neue Ausstellung beleuchtet Leben und Vermächtnis von Kaiserin Elisabeth von Österreich neu – besser bekannt als Sisi. Unter dem Titel „Kaiserin Elisabeth: Missverstanden & Unsterblich“ öffnet sie am 20. Dezember 2026 im Historischen Museum der Pfalz in Speyer ihre Pforten und ist bis zum 20. Juni 2027 zu sehen. Die Schau verspricht, über die vertrauten Klischees hinauszugehen und eine weitaus komplexere Persönlichkeit zu zeigen als die verklärte Ikone der Popkultur.

Die Ausstellung zeichnet Sisis gesamtes Leben nach – von ihrer sorglosen Jugend über die frühen Jahre am Wiener Hof und die prägenden Wendepunkte bis hin zu ihren späteren, von Melancholie und Unruhe geprägten Jahrzehnten. Statt eines eindimensionalen Porträts wollen die Veranstalter die Widersprüche herausstellen, die sie verkörperte: eine rebellische Freigeistin und zugleich eine Frau, die von königlicher Pflicht eingeengt wurde.

Kuratorin Sabine Kaufmann beschreibt Elisabeth als Spiegel der tiefsten Sehnsüchte der Gesellschaft, deren Geschichte jede Generation neu nach ihren eigenen Idealen forme. Schon zu Lebzeiten versuchte die Kaiserin, ihr öffentliches Bild zu kontrollieren – sie mied in späteren Jahren Fotografien und verfügte, dass ihre Gedichte erst nach ihrem Tod veröffentlicht werden durften. Die Ausstellung untersucht zudem, warum der Mythos Sisi bis heute fortlebt, und wie ihr Leben aktuelle Debatten über Selbstbestimmung, psychische Gesundheit und Schönheitsideale berührt. Besucher erwarten multimediale Installationen und interaktive Elemente, die Geschichte auf unerwartete Weise erlebbar machen.

Beteiligt sind Institutionen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, darunter das Sisi-Museum in Wien, Schloss Schönbrunn, das Haus-, Hof- und Staatsarchiv der Habsburgermonarchie sowie das Corinne-Diserens-Archiv in Genf. Ihre gemeinsamen Bestände bieten neue Blickwinkel auf eine der meistmythologisierten Frauen der Geschichte.

Sechs Monate lang lädt die Ausstellung dazu ein, die echte Elisabeth hinter der Märchenfassade zu entdecken. Indem sie ihre Kämpfe im 19. Jahrhundert mit heutigen Diskursen verknüpft, sucht sie eine Erklärung für ihre anhaltende Faszination. Tickets und weitere Details werden rechtzeitig vor der Eröffnung bekannt gegeben.

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