Klinikum Solingen unter Druck: Faire Löhne für Servicekräfte bis Oktober gefordert
Wally KlemtKlinikum Solingen unter Druck: Faire Löhne für Servicekräfte bis Oktober gefordert
Politischer Druck auf das Klinikum Solingen wächst: Fairere Arbeitsbedingungen für Servicekräfte gefordert
Der politische Druck auf das Klinikum Solingen nimmt zu, um faire Arbeitsbedingungen für sein Servicepersonal durchzusetzen. SPD und Bürgerbund für Solingen (BfS) drängen auf einen Tarifvertrag mit der Gewerkschaft ver.di bis zum 1. Oktober. Beide Seiten argumentieren, dass die Ausgliederung von Dienstleistungen zu Ungleichbehandlung und finanzieller Unsicherheit für die Beschäftigten geführt habe.
Kritik üben SPD und BfS insbesondere an der Entscheidung des Klinikums aus dem Jahr 2023, Reinigungs- und Verpflegungsdienste in ein separates Unternehmen auszugliedern. Der Schritt, der auf die angespannte Finanzlage im Gesundheitssektor zurückzuführen sei, habe eine Zweiklassengesellschaft unter den Mitarbeitenden geschaffen, so die Vorwürfe. Jan-Michael Lange, Stadtrat der BfS, wies auf die eklatanten Unterschiede zwischen Servicekräften und dem Stammpersonal des Klinikums hin und bezeichnete die Situation als "ungerecht".
Patrick Hinck, Aufsichtsratsmitglied der BfS, betonte unterdessen die unverzichtbare Rolle der Servicekräfte für den reibungslosen Betrieb des Krankenhauses. Der SPD-Politiker Horst Koss forderte indes einen ordentlichen Tarifvertrag mit einer DGB-Gewerkschaft, um die Rechte der Beschäftigten zu sichern.
Ernst Lauterjung, Fraktionsvorsitzender der SPD, erinnerte die Verantwortlichen daran, dass eine solche Vereinbarung eine zentrale Bedingung für die ursprüngliche Unterstützung der Servicegesellschaft durch seine Partei gewesen sei. Der BfS schloss sich diesen Forderungen an und verlangte faire Löhne, stabile Arbeitsbedingungen sowie sichere Rentenansprüche, um Altersarmut zu verhindern.
Trotz des Drucks räumt die SPD ein, dass eine Rückabwicklung der Ausgliederung unwahrscheinlich sei. Als Gründe werden die hohe Zahl der betroffenen Mitarbeitenden und die wachsende finanzielle Belastung des Klinikums genannt.
Nun gerät der Oberbürgermeister unter SPD-Druck, die Krankenhausgeschäftsführung anzuweisen, bis zum 1.-Oktober-Ultimatum in Verhandlungen einzutreten. Bei Erfolg würde die Vereinbarung auch betriebliche Altersvorsorgemodelle für das Servicepersonal umfassen. Das Ergebnis wird entscheiden, ob die Beschäftigten künftig bessere Bezahlung, Arbeitsplatzsicherheit und Absicherung im Rentenalter erhalten.






