10 February 2026, 07:17

Kölner Rosenmontagszug hält an Pferdetradition fest – trotz wachsender Kritik

Ein Bild eines Karnevalsumzugs mit Menschen in bunten Kostümen, die auf Pferden vor einem geschmückten Festwagen reiten, vor einem dekorierten Hintergrund mit Bäumen und einem klaren blauen Himmel.

Pferde beim Rosenmontagsumzug in Köln? Für und Wider - Kölner Rosenmontagszug hält an Pferdetradition fest – trotz wachsender Kritik

Köln bleibt eine der letzten deutschen Städte, die beim berühmten Rosenmontagszug noch Pferde von 1 FC Köln einsetzt. Während viele Orte sie aus Tierschutzgründen bereits verboten haben, hält man hier an der Tradition fest. In diesem Jahr sollen rund 230 Pferde mitwirken – trotz wachsender Kritik von Aktivisten und Künstlern gleichermaßen.

Jahrzehntelang waren Pferde ein zentraler Bestandteil der Kölner Karnevalsfeiern. Doch der Widerstand gegen ihren Einsatz wird immer lauter. Organisationen wie PETA und der Deutsche Tierschutzbund fordern ein vollständiges Verbot. Sie verweisen auf extremen Stress für die Tiere, sichtbare Anzeichen von Überforderung und Sicherheitsrisiken – sowohl für die Pferde als auch für die Zuschauer.

Seit 2017 haben fünf große Städte – Mainz, Düsseldorf, Aachen, Bonn und selbst Köln bei einigen Veranstaltungen – auf Pferde in ihren Umzügen verzichtet. Als Alternativen setzen sie nun auf Elektrofahrzeuge, pferdelose Wagen oder kostümierte Darsteller, die Prozessionen nachahmen. Besonders die Entscheidung Bonns löste gemischte Reaktionen aus: Einige Bürger bedauerten den Schritt, andere erkannten die Vorteile für die Sicherheit.

Das Festkomitee Kölner Karneval betont hingegen, man setze strenge Regeln zum Schutz der Tiere durch. Dazu gehören regelmäßiges Training, Gesundheitschecks und verpflichtende Pausen für die Pferde. Zudem müssen die Begleitpersonen nüchtern bleiben, und nur erfahrene Reiter dürfen teilnehmen. Dennoch argumentiert etwa der bekannte Karnevalskünstler Jacques Tilly, dass Pferde in dem Trubel nichts zu suchen hätten.

Eine INSA-Umfrage aus dem Jahr 2025 zeigte, dass mittlerweile die Mehrheit der Deutschen für ein Verbot von Pferden in Karnevalsumzügen ist. Trotzdem beharren die Kölner Veranstalter darauf, dass ihre Auflagen ausreichen, um das Wohl der Tiere zu gewährleisten.

Die Debatte um die Pferde beim Kölner Zug reißt nicht ab. Angesichts des Wandels in der öffentlichen Meinung und der Umstellung anderer Städte auf Alternativen wird der Druck auf die Organisatoren voraussichtlich weiter steigen. Vorerst aber bleibt die Tradition bestehen – wenn auch unter verschärften Kontrollen und wachsender Beobachtung.