Kölner Stadtrat beschließt umstrittenes Drogenhilfezentrum im Pantaleonsviertel
Paulina MangoldKölner Stadtrat beschließt umstrittenes Drogenhilfezentrum im Pantaleonsviertel
Der Kölner Stadtrat hat Pläne für ein neues Drogenhilfezentrum im Stadtteil Pantaleonsviertel genehmigt. Die Einrichtung wird kontrollierte Konsumräume, Hygieneangebote und eine Notunterkunft bereitstellen, um Abhängige von der Straße zu holen. Anwohner äußern jedoch Bedenken wegen der Nähe zu Schulen und Wohngebieten.
Das Zentrum soll rund um die Uhr und an 365 Tagen im Jahr nach strengen kommunalen Richtlinien betrieben werden. Hauptziel ist es, den öffentlichen Drogenkonsum durch ein sicheres Umfeld mit Ruhezonen, sauberen Sanitäranlagen und medizinischer Betreuung zu verringern. Gleichzeitig plant die Stadt, außerhalb des Zentrums schärfere Strafen für Drogenkonsum einzuführen.
Bewohner am Perlengraben, dem ausgewählten Standort, protestieren gegen die Entscheidung. Viele fürchten um Sicherheit und Sauberkeit und fordern konkretere Angaben dazu, wie mit den Abhängigen umgegangen wird. Fachleute betonen, dass solche Zentren am effektivsten in der Nähe bekannter Drogenbrennpunkte wie dem Perlengraben wirken.
Die Stadt plant zudem, bis 2027 mindestens zwei weitere Suchthilfeeinrichtungen zu eröffnen. Mögliche Standorte in Kalk und Mülheim werden geprüft, allerdings sind noch keine endgültigen Entscheidungen gefallen. Ab 2027 sollen zudem zusätzliche Mittel für Präventionsprogramme fließen, um Suchterkrankungen vorzubeugen.
Das neue Zentrum wird unter strengen Auflagen starten – mit durchgehender Betreuung und erweitertem Unterstützungsangebot. Neben verschärften Sanktionen gegen öffentlichen Drogenkonsum will die Stadt einen Ausgleich zwischen Schadensminimierung und Gemeinschaftsschutz schaffen. Weitere Zentren und Präventionsförderung sollen in den kommenden Jahren folgen.