26 April 2026, 14:39

Kölner Stadträte stehen vor Entscheidungen über Bezüge und Straßenbahn-Tunnel

Zeichnung des Hauptsaals des Deutschen Bundestages in Berlin mit einer Flagge darauf und begleitendem Text.

Kölner Stadträte stehen vor Entscheidungen über Bezüge und Straßenbahn-Tunnel

Neu gewählte Stadträte in Nordrhein-Westfalen treten im November ihre Ämter an – auch in Köln, wo bereits Debatten über Bezüge und Infrastrukturprojekte laufen. Ein zentrales Thema ist der Ausbau der Ost-West-Achse der Straßenbahn, die den Rhein entweder über eine Brücke oder in einem Tunnel queren soll. Gleichzeitig wird weiter über die Entschädigungen für Stadträte diskutiert, wobei einige eine Reform des aktuellen Systems fordern.

Die Vergütung für ehrenamtliche Stadträte in Nordrhein-Westfalen richtet sich nach einer festen Stafflung, die von der Einwohnerzahl abhängt. In Blankenheim etwa erhalten Ratsmitglieder eine volle Aufwandsentschädigung von 234,60 Euro, während die reduzierte Variante bei 127,50 Euro liegt. In größeren Städten wie Haltern am See steigt die volle Entschädigung auf 377,40 Euro, die Teilzahlung auf 255 Euro. In Recklinghausen gibt es 499,80 Euro für die volle Entschädigung und 387,60 Euro für die reduzierte Variante, während Dortmund mit 642,60 Euro bzw. 530,40 Euro noch höher liegt. Für zusätzliche Aufgaben wie den Vorsitz in Ausschüssen oder die Führung einer Fraktion kommen weitere Zahlungen hinzu.

Die Diskussion über diese Bezüge zieht sich bereits seit Jahren hin. Kritiker verweisen auf die Belastung der kommunalen Haushalte, andere argumentieren, dass zu niedrige Entschädigungen Bürger davon abhalten, politische Verantwortung auf lokaler Ebene zu übernehmen. In Köln, wo die Stadträte über ein Budget von fast 6,5 Milliarden Euro wachen, hat Christiane Martin, Vorsitzende der Grünen-Fraktion, infrage gestellt, ob die aktuellen Bezüge ausreichen, um engagierte Vertreter zu gewinnen und zu halten. Häufig wird der Vergleich zu München gezogen, wo die monatliche Grundentschädigung bei 3.244 Euro beginnt, stellvertretende Fraktionsvorsitzende 4.819 Euro erhalten und Fraktionschefs mit 6.398 Euro entlohnt werden.

Neben den Debatten um die Bezüge steht Köln vor einer wichtigen Infrastrukturentscheidung: Der geplante Ausbau der Ost-West-Straßenbahnlinie erfordert eine Rheinquerung – entweder per Brücke oder Tunnel. Die Tunnelvariante würde dabei erhebliche Fördergelder von Bund und Land erhalten, was die finanzielle Belastung für die Stadt verringern könnte.

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Die neuen Kölner Stadträte beginnen bald ihre Amtszeit mit weitreichenden Entscheidungen. Die Stadt muss die Kosten für Infrastrukturprojekte wie den Straßenbahnausbau mit den laufenden Diskussionen über eine faire Vergütung für Kommunalpolitiker in Einklang bringen. Die Ergebnisse werden sowohl die öffentlichen Dienstleistungen als auch die Bereitschaft der Bürger prägen, sich in kommunalen Ämtern zu engagieren.

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