Kölns umstrittene Drogenstrategie: Legaler Kleinhandel in Suchtberatungsstellen geplant
Evelin KostolzinKölns umstrittene Drogenstrategie: Legaler Kleinhandel in Suchtberatungsstellen geplant
Kölner Oberbürgermeister Torsten Burmester hat einen neuen Plan zur Bekämpfung der Drogenprobleme in der Stadt vorgestellt. Sein Ansatz kombiniert strengere Kontrollen im öffentlichen Raum mit einem umstrittenen Vorstoß: dem legalen Kleinhandel mit Drogen in Suchtberatungsstellen. Ziel der Initiative ist es, die mit dem Drogenkonsum verbundene Kriminalität zu verringern und gleichzeitig Nutzern sicherere Alternativen anzubieten.
Burmester setzt sich für eine Null-Toleranz-Politik beim Drogenkonsum und -handel in öffentlichen Räumen ein. Um dies durchzusetzen, will er die Präsenz von Polizei und Ordnungsbehörden an bekannten Brennpunkten verstärken. Gleichzeitig strebt er eine Änderung des Bundesrechts an, um den Verkauf kleiner Mengen in Suchthilfeeinrichtungen zu ermöglichen.
Der Oberbürgermeister argumentiert, dass die aktuelle Prohibitionspolitik Abhängige in die Kriminalität treibe, um ihre Sucht zu finanzieren. Als Teil der Lösung soll in der Nähe des Neumarkts, einem bekannten Drogenbrennpunkt in Köln, ein neues Suchtzentrum entstehen. Dort könnten Betroffene unter Aufsicht Zugang zu Substanzen erhalten – was den Straßenhandel und den öffentlichen Konsum reduzieren soll.
Burmester hat bereits Gespräche mit anderen Städten, darunter Düsseldorf, aufgenommen, um Unterstützung für seinen Plan zu gewinnen. Bisher hat jedoch keine weitere deutsche Großstadt den Vorschlag des legalen Kleinverkaufs in Beratungsstellen befürwortet. Der Vorstoß bleibt damit ein umstrittenes Thema in der deutschen Drogenpolitik.
Umgesetzt werden kann der Plan nur, wenn das Bundesrecht entsprechend angepasst wird. Bei einer Genehmigung könnte er die Art und Weise verändern, wie Köln – und möglicherweise auch andere Städte – mit drogenbedingter Kriminalität und Sucht umgeht. Derweil arbeitet Burmesters Team daran, eine breitere politische und öffentliche Unterstützung zu gewinnen.