Korruptionsskandal beim Duisburger Verkehrsbetrieb: Betriebsrat und Führungskräfte unter Verdacht
Paulina MangoldExorbitante Gehälter für Works Councils? DVV-Chefs entlassen - Korruptionsskandal beim Duisburger Verkehrsbetrieb: Betriebsrat und Führungskräfte unter Verdacht
Ein großer Korruptionsskandal erschüttert den Duisburger Verkehrsbetrieb DVV, einen der größten Arbeitgeber der Stadt. Zwei Führungskräfte wurden nach Vorwürfen entlassen, sie hätten überhöhte Zahlungen an Mitglieder des Betriebsrats genehmigt. Die Staatsanwaltschaft prüft nun Verdachtsmomente auf Bestechung, Justizbehinderung und Untreue.
Der Skandal nahm seinen Anfang mit einem anonymen Hinweis auf unregelmäßige Gehaltszahlungen. Den Ermittlern zufolge sollen mehrere Betriebsratsmitglieder Leistungen erhalten haben, die weit über dem üblichen Maß lagen. Mittlerweile hat sich der Fokus der Untersuchungen auch auf mögliche Verstöße gegen das deutsche Betriebsverfassungsgesetz ausgeweitet.
Letzte Woche durchsuchten die Ermittler die Wohnungen der beiden entlassenen Vorstandsmitglieder. Dabei beschlagnahmten sie Dokumente, digitale Speichermedien und Mobiltelefone als Teil der Untersuchungen. Zudem wird geprüft, ob die Manager versucht haben, die Untersuchungen zu behindern, indem sie Mitarbeiter anwiesen, Beweismaterial zu vernichten.
Der Betriebsrat des DVV verfügt über erheblichen Einfluss auf Personalentscheidungen – angesichts der 4.500 Beschäftigten des Unternehmens. Der Fall hat sich inzwischen auf Vorwürfe der Anstiftung zur Beweismittelunterdrückung und Justizbehinderung ausgeweitet.
Bisher gibt es keine Meldungen über interne Reformen oder Transparenzmaßnahmen beim DVV. Die entlassenen Führungskräfte bleiben unter Ermittlungsdruck, während die Rolle des Betriebsrats in der Affäre weiterhin genau unter die Lupe genommen wird. Die Untersuchungen dauern an, während die Behörden das beschlagnahmte Material auswerten und Zeugen befragen.