Laumann diskutiert Zukunft der Apotheken beim Noweda-Besuch in Essen
Evelin KostolzinLaumann diskutiert Zukunft der Apotheken beim Noweda-Besuch in Essen
Nordrhein-Westfalens Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann besucht Noweda-Standort in Essen
Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (NRW) hat kürzlich das Essener Logistikzentrum von Noweda besichtigt, einem der größten Arzneimittelgroßhändler Europas. Im Mittelpunkt des Besuchs standen Gespräche über die Finanzierung von Apotheken, digitale Dienstleistungen und die Herausforderungen für pharmazeutische Großhändler.
Während der Visite informierten sich Laumann und Noweda-Geschäftsführer Thomas Bergmann über die Abläufe im Logistikzentrum, das täglich rund 1.000 Apotheken in ganz Deutschland beliefert. Dr. Michael Kuck und Vertriebsleiter Udo Harneit erläuterten dem Minister zentrale Themen – darunter die finanzielle Belastung durch die feste Apothekengebühr sowie die laufenden Verhandlungen mit dem GKV-Spitzenverband.
Laumann betonte die Notwendigkeit, die lokalen Apotheken zu stärken, insbesondere angesichts ihrer wachsenden Aufgaben über die bloße Arzneimittelabgabe hinaus. Dienstleistungen wie Impfungen, Diagnostik und die Versorgung mit Hilfsmitteln würden zunehmend zu Kernaufgaben der Apotheker. Der Minister schlug vor, die selbst ausgehandelte Versorgungszuschlag dauerhaft als Vergütungsbestandteil im fünften Sozialgesetzbuch (SGB V) zu verankern.
Als Möglichkeit, den digitalen Zugang für Patienten zu verbessern, wurde die Plattform IhreApotheken.de diskutiert. Noweda bekräftigte unterdessen seine Ablehnung des Modells einer "Apotheke ohne Apotheker". Dr. Kuck kritisierte den Entwurf des Apothekenbetriebs- und Versorgungsgesetzes (ApoVWG) und argumentierte, dass die geplanten Gebührenanpassungen die finanziellen Probleme des Sektors nicht lösen würden.
Der Besuch unterstrich die sich wandelnden Anforderungen an Apotheken und den Bedarf an faireren Finanzierungsmodellen. Laumanns Vorschläge – darunter der Versorgungszuschlag und digitale Verbesserungen – zielen darauf ab, die Branche zu stärken. Nowedas Haltung gegen unbeaufsichtigte Apotheken und die Sorgen über die Gebührenstruktur bleiben zentrale Streitpunkte der Debatte.