27 January 2026, 01:04

Laumanns harte Kritik am Apothekenreform-Gesetz vor Bundesratsdebatte

Ein Apothekeregal mit verschiedenen Medikamenten, Schachteln und anderen Gegenständen, die ordentlich auf den Regalen angeordnet sind.

Laumanns harte Kritik am Apothekenreform-Gesetz vor Bundesratsdebatte

Nordrhein-Westfalens Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann übt Kritik am Entwurf des Apothekenversorgungsstärkungsgesetzes

Nordrhein-Westfalens Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann hat Bedenken gegen den aktuellen Entwurf des Apothekenversorgungsstärkungsgesetzes geäußert. Das geplante Gesetz, das an diesem Freitag im Bundesrat beraten werden soll, zielt auf eine Reform der Apothekenregulierung ab, stößt jedoch bei Landesvertretern auf Widerstand. Laumann fordert zentrale Nachbesserungen, um Fairness und Krisenfestigkeit in der deutschen Arzneimittelversorgung zu gewährleisten.

Der Minister benannte mehrere Schwachstellen des Gesetzentwurfs. Besonders kritisierte er das bestehende System fester Gebühren für Apotheker und plädierte stattdessen für ein verhandelbares Vergütungsmodell. Sein Vorschlag sieht vor, dieses neue Modell im Fünften Buch des Sozialgesetzbuchs zu verankern, um eine flexiblere und gerechtere Bezahlstruktur zu schaffen.

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Zudem betonte Laumann die Notwendigkeit, am Prinzip der eigenverantwortlichen Apothekenführung durch Apotheker festzuhalten. Er warnte davor, die Regeln für Filialapotheken zu lockern, da dies lokale Versorgungsstrukturen gefährden könnte. Gleichzeitig setzte er sich für eine Dezentralisierung der Arzneimittellieferketten ein, um die Widerstandsfähigkeit des Systems zu stärken. Nordrhein-Westfalen wirbt für eine vereinfachte Apothekenbetriebsordnung, die sich auf Kernprinzipien konzentriert und überflüssige Bürokratie abgebaut.

Obwohl der Entwurf für seine Gleichbehandlung von Versandapotheken gelobt wird, pocht Laumann auf eine einheitliche Vergütungsregelung in allen Bundesländern und Apothekerkammern.

Die anstehende Bundesratsdebatte wird zeigen, ob Laumanns Forderungen Gehör finden. Sollten die Reformen umgesetzt werden, könnten sie die Bezahlung von Apothekern und die Arzneimittelverteilung in Deutschland grundlegend verändern. Die Entscheidung wird auch das Kräfteverhältnis zwischen lokalen Apotheken und großen Versandhändlern prägen.