Machtkampf in der NRW-AfD: Vincentz steht vor doppelter Herausforderung durch Güstrow und Schmuck
Eggert StriebitzMachtkampf in der NRW-AfD: Vincentz steht vor doppelter Herausforderung durch Güstrow und Schmuck
In der Alternative für Deutschland (AfD) in Nordrhein-Westfalen bahnt sich ein Machtkampf an: Zwei Herausforderer stellen sich gegen den amtierenden Landesvorsitzenden Martin Vincentz. Fabian Güstrow und Christian Schmuck haben sich zusammengeschlossen, um bei der für Anfang März in Marl anstehenden Parteitagswahl anzutreten. Der Wahlkampf vertieft die bestehenden Gräben innerhalb des Landesverbands – Kritiker werfen Vincentz vor, inkonsistent in der Disziplinierung vorzugehen und Günstlingswirtschaft zu betreiben.
Fabian Güstrow, seit 2017 Bundestagsabgeordneter, hatte seine Kandidatur vor zwei Wochen auf Facebook bekannt gegeben. Ehemals als Gemäßigter im Parteispektrum wahrgenommen, hat er sich zunehmend dem nationalkonservativen Hardliner-Flügel um Björn Höcke angenähert. Sein Aufstieg umfasste 2019 den Einzug in den AfD-Bundesvorstand, 2021 die Unterstützung von Höckes Vorwürfen gegen die Parteiführung sowie 2022 Konflikte mit dem damaligen Co-Vorsitzenden Jörg Meuthen. Im vergangenen Jahr geriet er in die Krise des AfD-Landesverbands Niedersachsen und entging nur durch juristische Schritte knapp einem Parteiausschluss.
Sein Mitstreiter Christian Zaum sah sich ebenfalls bereits mit internen Parteiverfahren konfrontiert. Gemeinsam haben die beiden Rückhalt bei Vincentz-Gegnern gewonnen, darunter Matthias Helferich, ein dem rechten Parteiflügel zugehöriger Bundestagsabgeordneter, sowie zwei Stellvertreter Vincentz' in der Landtagsfraktion.
Der Vorstoß erfolgt vor dem Hintergrund anhaltender Streitigkeiten über Vincentz' Personalpolitik. Gegner werfen ihm vor, mit zweierlei Maß zu messen – besonders im Umgang mit dem Fall Klaus Esser. Die Abstimmung im März wird zeigen, ob Vincentz die Führung behält oder ob sich der Landesverband weiter in Richtung des nationalkonservativen Flügels bewegt.
Die Wahl in Marl wird die künftige Ausrichtung der NRW-AfD bestimmen. Ein Sieg von Güstrow und Schmuck könnte den Einfluss der nationalkonservativen Strömung stärken. Das Ergebnis dürfte auch prägen, wie der Landesverband künftig mit innerparteilicher Disziplin und Flügelkämpfen umgeht.