Mainz feiert mit 9.000 Narren und strengen Regeln den Faschingsauftakt
Wally KlemtMainz feiert mit 9.000 Narren und strengen Regeln den Faschingsauftakt
Mainz eröffnet mit schwungvollem Fest die Faschingsaison
Am Samstag läutete Mainz an der Schillerplatz mit einer ausgelassenen Feier die Faschingssaison ein. Pünktlich um 11:11 Uhr versammelten sich 9.000 Narren unter strengen Sicherheitsvorkehrungen, darunter ein Ticketzwang und ein Messerverbot. Der Auftakt markierte den offiziellen Beginn der Karnevalsfeierlichkeiten – wenn auch nicht ohne Kritik an den neuen Zugangsbeschränkungen.
Der Mainzer Carneval-Verein (MCV) führte erstmals eine strikte Besucherbegrenzung ein und ließ nur 9.000 Menschen zu. Die Veranstalter rechtfertigten die Maßnahme mit steigenden Sicherheitskosten und neuen Vorschriften. Trotz der Änderungen blieb die Stimmung ausgelassen: Die Mainzer Hofsänger eröffneten das Bühnenprogramm und stimmten damit auf ihr bevorstehendes 100-jähriges Jubiläum ein.
Die traditionelle Uhr am Schillerplatz war hinter einer riesigen Countdown-Leinwand verborgen, die die Spannung auf den Start um 11:11 Uhr steigerte. Bürgermeister Nino Haase richtete sich an die Menge, erklärte die Karnevalssaison für eröffnet und rief zugleich zu Frieden in einer von Konflikten geprägten Welt auf. Der Zugang zum Balkon des Osteiner Hofs blieb unterdessen ausgewählten Journalisten vorbehalten – eine Entscheidung, die bei manchen Gästen auf Unverständnis stieß. Die Polizei meldete einen weitgehend geordneten Ablauf, auch wenn zehn Strafanzeigen erstattet wurden. Ein Protestler unterbrach die Feierlichkeiten mit Rufen nach einer "Fastnacht für alle!" – eine Anspielung auf die neuen Einlassregeln.
Anders als in Köln, wo der Westdeutsche Rundfunk (WDR) die Eröffnungssitzung live übertrug, zeigte der regionale Sender SWR in Mainz keine Karnevalsbeiträge.
Die Veranstaltung endete ohne größere Zwischenfälle, doch das Ticket-System und die begrenzte Kapazität stießen auf geteilte Reaktionen. Die Polizei war mit sichtbarem Aufgebot präsent, setzte das Messerverbot durch und behielt die Menschenmenge im Blick. Die Organisatoren deuteten an, dass ähnliche Sicherheitsmaßnahmen auch bei künftigen Karnevalsveranstaltungen beibehalten werden könnten.






