29 April 2026, 05:34

Marathon-Theater erlebt in Deutschland ein triumphales Comeback

Offenes Buch mit dem Titel "The Theatre: A Monthly Review of the Drama, Music, and the Fine Arts", das eine Seite mit Text und einem Logo zeigt.

Marathon-Theater erlebt in Deutschland ein triumphales Comeback

Lange Theaterproduktionen feiern in Deutschland ein Comeback

Nach Jahren kürzerer, pausenloser Aufführungen während und nach der Pandemie strömen die Zuschauer nun wieder zu epischen Stücken, die mehrere Stunden dauern. Beim diesjährigen Berliner Theatertreffen war sogar eine siebenstündige Inszenierung von Wallenstein: Ein Festspiel des Krieges in sieben Gängen zu sehen – ein Beweis dafür, dass das Marathon-Theater quicklebendig ist.

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Deutsche Bühnen blicken auf eine lange Tradition langer Produktionen zurück. Der Trend setzte sich in den 1970er- und 1980er-Jahren mit dem Aufstieg des Regietheaters durch, bei dem mutige Interpretationen oft die Spieldauer ausdehnten. Robert Wilsons bahnbrechendes Einstein on the Beach, das 1976 Premiere feierte, dauerte vier bis fünf Stunden. Später sprengte Luk Percevals Schlachten beim Salzburger Festspiele 1999 mit zwölf Stunden alle Grenzen.

Das diesjährige Theatertreffen (1. bis 17. Mai) präsentierte die Wallenstein-Produktion der Münchner Kammerspiele – die Karten waren schnell ausverkauft, ein Zeichen für das große Publikuminteresse an ausgedehnten Aufführungen. Unterdessen bereitet die Berliner Volksbühne eine Neuauflage von Peer Gynt vor, dessen erste Fassung einst acht Stunden dauerte. Im vergangenen Jahr zeigte das Schauspielhaus BochumDie Brüder Karamasow in einer siebenstündigen Version.

Trotz der Beliebtheit dieser Produktionen führt der Deutsche Bühnenverein keine offiziellen Statistiken über Spieldauern. Das Theatertreffen selbst lädt jährlich zehn herausragende Produktionen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz ein – oft sind darunter ambitionierte, zeitintensive Werke.

Die Rückkehr des Marathon-Theaters deutet darauf hin, dass das Publikum wieder bereit ist für immersives, langes Erzähltheater. Mit ausverkauften Vorstellungen wie Wallenstein und der Wiederbelebung von Klassikern wie Peer Gynt zeigt sich der Trend ungebrochen. Die Theater scheinen überzeugt, dass ausgedehnte Aufführungen auch in den kommenden Spielzeiten Zuschauer anziehen werden.

Quelle