Marderhunde überrennen den Heidekreis: Jäger schlagen Alarm nach Rekordjagd
Eggert StriebitzMarderhunde überrennen den Heidekreis: Jäger schlagen Alarm nach Rekordjagd
Eine invasive Art aus Nordamerika sorgt im Heidekreis für wachsende Probleme. Marderhunde, bekannt für ihre Anpassungsfähigkeit, haben sich über die Jahrzehnte rasant verbreitet. Ihre steigenden Bestände führen nun zu Konflikten mit Menschen und bedrohen heimische Wildtiere.
Seit Beginn der Jagdzeit am 1. April haben Jäger in Munster bereits über 70 Marderhunde erlegt – ein deutlicher Anstieg im Vergleich zum Vorjahr, als noch keine gemeldet wurden. Die ursprünglich aus Nordamerika stammenden Tiere haben sich in Deutschland aufgrund ihrer Robustheit und ihrer Fähigkeit, menschliche Lebensräume zu nutzen, stark vermehrt. Häufig dringen sie in Dachböden, Schornsteine und Nebengebäude ein und richten dort kostspielige Schäden an.
Lokale Experten warnen, dass die Lage einen kritischen Punkt erreicht hat. Peter Westermann, Vorsitzender des Jagdvereins, bezeichnete den Befall als „enorm“ und kritisierte, dass die Öffentlichkeitsarbeit zu spät in Gang gekommen sei. Thomas Brammer, der Kreisjägmeister, bestätigte, dass das Problem längst nicht mehr lokal beherrschbar sei und nun übergreifende Maßnahmen erfordere.
Auch das Verhalten der Tiere sorgt für Spannungen unter den Anwohnern. Viele Menschen verschärfen das Problem unbewusst, indem sie Wildtiere füttern – was Marderhunde in Gärten lockt. Ihre Anwesenheit zieht zudem Ratten an und verstärkt die Belästigung. Zudem machen die Tiere Jagd auf die Nester von Vögeln, Eichhörnchen und anderen heimischen Arten, was die örtlichen Ökosysteme weiter stört.
Als Reaktion hat der Landkreis finanzielle Unterstützung für die Jägerverbände zugesagt. Die Mittel sollen den Kauf von Fallen, Lebendfangkäfigen und Fallenmeldern ermöglichen, um die Population besser zu kontrollieren. Die Behörden hoffen, dass diese Maßnahmen die Ausbreitung der Tiere bremsen und die Konflikte mit Menschen verringern werden.
Der starke Anstieg der Marderhund-Bestände zwingt Jäger und Behörden zum Handeln. Mit bereits über 70 erlegten Tieren in dieser Saison liegt der Fokus nun auf Fallenstellung und Aufklärung der Bevölkerung. Die bereitgestellten Gelder sollen in den kommenden Monaten weitere Schäden an Eigentum und Wildtieren begrenzen.






