Mecklenburger Jäger wird Deutschlands bester Hirschrufer mit perfekten Naturlauten
Paulina MangoldOhne Geweih, aber mit Stimmgewalt: Bestes Hirschrufen gekrönt - Mecklenburger Jäger wird Deutschlands bester Hirschrufer mit perfekten Naturlauten
Ein Jäger aus Mecklenburg-Vorpommern krönt sich zum besten Hirschrufer der Bundesländer Deutschlands
Thomas Soltwedel aus Dobbin-Linstow hat bei der diesjährigen Deutschen Meisterschaft den Titel als bester Hirschrufer geholt. Der Wettbewerb ehrt eine traditionelle Fähigkeit der Lockjagd, bei der Teilnehmer die Laute von Rotwild mit verblüffender Präzision nachahmen.
Das Turnier fand in Dortmund statt, wo die Konkurrenten mit Hilfsmitteln wie Ochsenhörnern, Glaszylindern oder Tritonschnecken Hirschrufe reproduzierten. Eine Jury aus Förstern, Jägern und Rotwild-Experten bewertete die Darbietungen blind über Kopfhörer – ohne zu wissen, wer gerade zu hören war. So wurde eine rein klangbasierte, faire Beurteilung gewährleistet.
Soltwededel setzte sich in drei verschiedenen Kategorien durch: Er imitierte die Rufe zweier gleich starker Hirsche, eines alten Platzhirschs sowie eines dominanten Männchens, das Weibchen umwirbt. Sein Sieg folgt auf den des Vorjahressiegers Reiner Stadler, der ebenfalls in diesen Disziplinen glänzte.
Die Beherrschung der Hirschlaute erfordert jahrelanges Training und ein tiefes Verständnis des Verhaltens von Rotwild. Die Technik ist Teil einer alten Jagdtradition, bei der Tiere durch Nachahmung ihrer Rufe angelockt werden. Doch über den Wettbewerb hinaus lenkt die Veranstaltung den Blick auf die Bedrohungen, denen Deutschlands größte Wildtierart ausgesetzt ist: Rotwild leidet unter Inzucht und schrumpfenden Lebensräumen, was sein Überleben gefährdet.
Soltwededels Erfolg unterstreicht das Können und die Hingabe, die für die perfekte Nachahmung von Hirschrufen nötig sind. Die Meisterschaft bewahrt nicht nur eine traditionelle Jagdfertigkeit, sondern macht auch auf die prekäre Situation des Rotwilds aufmerksam. Angesichts anhaltender Lebensraumverluste und genetischer Risiken dient der Wettbewerb als Mahnmal für das Schicksal dieser Tiere in freier Wildbahn.