27 April 2026, 12:47

Medien-Fakes mit verheerenden Folgen: Von Mondmenschen bis tödlichen Wettbewerben

Plakat einer lachenden Person mit wilden Haaren und weit aufgerissenen Augen auf einem hellgelben Hintergrund, mit dem Text "McFadden's Row of Flats: The Comedy That Has Made Many Millions Laugh."

Medien-Fakes mit verheerenden Folgen: Von Mondmenschen bis tödlichen Wettbewerben

Medien-Enthüllungen täuschen das Publikum seit Jahrhunderten – mit teils verheerenden Folgen

Von erfundenen wissenschaftlichen Entdeckungen bis zu inszenierten Notfällen: Solche Täuschungen haben immer wieder zu öffentlicher Panik, finanziellen Verlusten und sogar zu Tragödien geführt.

Einige der berüchtigtsten Scherze begannen als harmlose Witze oder Werbeaktionen – doch als die Menschen sie ernst nahmen, gerieten sie außer Kontrolle.

1835 veröffentlichte die Zeitung The Sun eine Artikelserie, in der behauptet wurde, Astronomen hätten Leben auf dem Mond entdeckt. Die Berichte beschrieben üppige Wälder, Ozeane und fledermausähnliche Humanoide. Viele Leser glaubten die Geschichten, schrieben Briefe an die Redaktion und verbreiteten die Nachrichten weiter. Selbst europäische Wissenschaftler diskutierten die Behauptungen, bevor sie als Fiktion entlarvt wurden.

Über ein Jahrhundert später, 1980, sendete ein Fernsehsender in Boston eine gefälschte Eilmeldung: Der ruhende Berg Great Blue Hill bei Milton, Massachusetts, sei ausgebrochen. Zuschauer stürmten nach draußen oder alarmierten die Rettungskräfte – bis sich herausstellte, dass es sich um einen Scherz handelte.

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1992 strahlte die BBC die Halloween-Sondersendung Ghostwatch aus, die als live übertragene Geisterjagd in einem Spukhaus inszeniert war. Durch dramatische Effekte wirkte die Sendung so real, dass sie Massenpanik auslöste. Die BBC erhielt rund 30.000 Anrufe verängstigter Zuschauer, die glaubten, echte übernatürliche Phänomene beobachtet zu haben.

1996 schaltete die Fast-Food-Kette Taco Bell in großen US-Zeitungen eine ganzseitige Anzeige, in der sie bekannt gab, die Liberty Bell gekauft zu haben – angeblich, um die Staatsverschuldung zu verringern. Die Aktion löste Empörung aus, bis der eigentliche Witz klar wurde: Man wollte sie in Taco Liberty Bell umbenennen.

Eine tödliche Folge hatte 2007 ein Wettbewerb des Radiosenders KGB-FM mit dem Titel "Halt dich zurück für eine Wii". Teilnehmer mussten große Mengen Wasser trinken, ohne auf die Toilette zu gehen – der Gewinner sollte eine Nintendo-Wii-Konsole erhalten. Die 28-jährige Jennifer Strange starb an einer Wasservergiftung, nachdem sie fast acht Liter getrunken hatte.

2004 gab sich ein Mann als Sprecher des Chemiekonzerns Dow Chemical aus und trat im Programm BBC World auf. Er kündigte an, das Unternehmen übernehme die volle Verantwortung für die Katastrophe von Bhopal 1984 und zahle Milliarden an Entschädigung. Die gefälschte Erklärung ließ den Aktienkurs von Dow einstürzen, bevor der Schwindel aufflog.

Die Satirewebsite The Onion veröffentlichte 2012 einen Artikel, demzufolge ländliche weiße US-Amerikaner den iranischen Präsidenten Mahmoud Ahmadinedschad dem damaligen US-Präsidenten Barack Obama vorzogen. Die Meldung wurde im Iran als seriöse Umfragedaten übernommen und verbreitete sich so als Falschinformation weltweit.

Googles Aprilscherz 2016, die Gmail-Funktion "Mic Drop", erlaubte Nutzern, E-Mail-Threads durch das Versenden eines GIFs – ein Minion, der ein Mikrofon fallen lässt – stumm zu schalten. Viele nutzten die Funktion versehentlich in beruflichen Mails, was zu verlorenen Jobchancen und peinlichen Situationen führte.

Diese Fälle zeigen, wie leicht Fiktion als Tatsache durchgeht – besonders, wenn sie über vertrauenswürdige Medien verbreitet wird. Manche lösten nur vorübergehende Verwirrung aus, andere hatten langfristige Folgen: finanzielle Verluste, Misstrauen in der Öffentlichkeit und sogar Todesfälle. Sie erinnern uns an die Macht von Falschinformationen in einer vernetzten Welt.

Quelle