07 February 2026, 21:10

Merz stärkt Deutschlands Partnerschaft mit Indien in Handel und Technologie

Ein Plakat von 1913-1914 für die Ab Nordiska Company in Stockholm, das vier Frauen in einer Reihe zeigt, von denen jede ein Kleid und einen Hut in einer anderen Farbe trägt, mit Text, der die Firma und ihre Dienstleistungen beschreibt.

Merz stärkt Deutschlands Partnerschaft mit Indien in Handel und Technologie

Bundeskanzler Friedrich Merz besucht diese Woche Indien, um die Zusammenarbeit in Handel, Verteidigung und Technologie zu stärken. Der Besuch erfolgt zu einem Zeitpunkt, in dem die wirtschaftliche Kooperation zwischen beiden Ländern neue Höchststände erreicht – mit Rekordhandelsvolumina und wachsendem unternehmerischem Interesse auf beiden Seiten. Ein Beispiel für diese Zusammenarbeit ist Techno Design, ein von Indern gegründetes Modeunternehmen in Düsseldorf, das heute mit KI-gestützten digitalen Kleidungsdesigns große deutsche und US-amerikanische Marken beliefert.

Der Handel zwischen Deutschland und Indien hat in den letzten Jahren deutlich zugelegt. 2024 erreichte das Gesamtvolumen 31 Milliarden Euro, 2025 stieg es leicht auf 31,3 Milliarden Euro – ein Anstieg um 1,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Innerhalb des letzten Jahrzehnts hat sich dieser Wert fast verdoppelt und lag zuvor bei rund 15 bis 16 Milliarden Euro. Die deutschen Exporte nach Indien allein beliefen sich 2025 auf 16,2 bis 17 Milliarden Euro, während die Importe bei 14 bis 15,1 Milliarden Euro lagen. Aktuell sind rund 2.000 deutsche Unternehmen in Indien aktiv und beschäftigen dort über 500.000 Menschen.

Lokale Wirtschaftsnetzwerke wie das India Competence Center verzeichnen eine steigende Nachfrage deutscher Firmen, die ihre wirtschaftlichen Partnerschaften diversifizieren möchten. Indien wiederum sucht deutsche Investitionen und Spitzentechnologie, um seine Abhängigkeit von China und Russland zu verringern. Zwar liegen keine genauen Zahlen zu gemeinsamen Investitionen vor, doch immer mehr indische Unternehmen expandieren nach Deutschland. Unterstützt wird dies durch ein neues Freihandelsabkommen zwischen der EU und Indien, das die EU-Exporte nach Indien bis 2032 verdoppeln könnte.

Ein Erfolgsbeispiel ist Techno Design, ein Düsseldorfer Modeunternehmen, das der indische Unternehmer Rajive Ranjan gegründet hat. Das Unternehmen spezialisiert sich auf digitale Kleidungsdesigns mithilfe von 3D-Visualisierung und KI und beliefert große Marken in Deutschland und den USA. Die Produktion erstreckt sich über Indien, China und Bangladesch, doch Ranjan plant, den indischen Standort auszubauen und weiter in KI-Entwicklung zu investieren. Er ist überzeugt, dass ein künftiges EU-Indien-Freihandelsabkommen Zölle senken und den Zugang zu Fachkräften erleichtern würde – was das Wachstum zusätzlich beflügeln könnte.

Merz' Besuch unterstreicht die strategische Ausrichtung Deutschlands auf Indien angesichts sich wandelnder globaler Machtverhältnisse. Mit Handelsvolumina auf Rekordniveau und Unternehmen wie Techno Design, die ihre Aktivitäten ausweiten, profitieren beide Länder von einer vertieften wirtschaftlichen und technologischen Zusammenarbeit. Das geplante Freihandelsabkommen könnte diese Partnerschaft in den kommenden Jahren weiter beschleunigen.