Milliarden-Streit um Leverkusener Rheinbrücke: Bundesregierung verklagt Porr auf 350 Millionen Euro
Paulina MangoldMilliarden-Streit um Leverkusener Rheinbrücke: Bundesregierung verklagt Porr auf 350 Millionen Euro
Der Rechtsstreit um das Rheinbrücken-Projekt in Leverkusen eskaliert. Die Bundesregierung verklagt den ehemaligen Auftragnehmer Porr vor dem Landgericht Köln auf 350 Millionen Euro Schadensersatz. Die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen verteidigt unterdessen die Kündigung des Vertrags und verweist auf gravierende Qualitätsmängel bei den Bauarbeiten.
Ministerpräsident Hendrik Wüst hatte die Vertragsauflösung vor über sechs Jahren gebilligt. Er begründete den Schritt mit systemischen Mängeln und schweren Fehlern in den Stahlkomponenten. Sein Ziel war es, die Fertigstellung der Brücke zu beschleunigen.
Das neue Rheinbrücken-Projekt in Leverkusen umfasst mittlerweile zwei parallele Brücken. Die erste ist bereits in Betrieb, während die zweite noch gebaut wird. Aktuell laufen die Stahlbauarbeiten, und die Montage der Pylone soll im September 2026 beginnen. Die vollständige Fertigstellung des Gesamtprojekts ist für Mitte 2028 geplant.
Porr hat seinerseits eine Gegenklage eingereicht und fordert über 200 Millionen Euro für erbrachte Leistungen und nicht abgegoltene Dienstleistungen. Angesichts von Zinsen und Zinseszinsen könnte der Streitwert auf bis zu eine Milliarde Euro anwachsen. NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer betonte jedoch, dass das Land keine negativen Folgen von der gerichtlichen Entscheidung erwarte.
Während die juristischen Auseinandersetzungen weitergehen und beide Seiten ihre Argumente vorbringen, schreitet das Bauvorhaben voran. Die zweite Brücke nähert sich wichtigen Meilensteinen. Die finanziellen und strukturellen Auswirkungen des Streits werden die letzten Phasen des Projekts maßgeblich prägen.
