Mönchengladbach: Bundeswehr zieht ins JHQ-Gelände, Kaserne wird zum Abschiebezentrum und Busdepot
Paulina MangoldMönchengladbach: Bundeswehr zieht ins JHQ-Gelände, Kaserne wird zum Abschiebezentrum und Busdepot
Auf dem Gelände des ehemaligen Joint Headquarters (JHQ) in Mönchengladbach entsteht bald eine neue Einrichtung der Bundeswehr. Dies folgt einer Vereinbarung zwischen Bund und Land. Gleichzeitig wird die benachbarte Niederrheinkaserne zu einem nachhaltigen Busdepot und einer Unterkunft für abschiebepflichtige Personen umgenutzt.
Die Pläne stoßen bei lokalen Politikern und Parteien auf geteilte Reaktionen.
Bund und Land bestätigten den Ausbau der Bundeswehr auf dem JHQ-Gelände. Mönchengladbachs Oberbürgermeister begrüßte die Entscheidung als Meilenstein für die ökologische und wirtschaftliche Wende der Stadt, äußerte jedoch auch Bedenken, dass potenzielle gewerbliche Entwicklungsmöglichkeiten verloren gehen könnten.
Die Niederrheinkaserne steht vor tiefgreifenden Veränderungen: Die Landesregierung kündigte eine Unterkunft mit 140 Plätzen für Menschen an, die Deutschland verlassen müssen. Die Behörde betonte, die Einrichtung diene dazu, Abschiebungen rechtssicher und geordnet durchzuführen. Zudem wird das Gelände an den lokalen Versorger NEW verkauft, der dort ein nachhaltiges Busdepot für die elektrifizierten Fuhrparks in Mönchengladbach und Viersen einrichten wird.
Die politischen Reaktionen fallen unterschiedlich aus. Die SPD-Stadtratsfraktion kritisierte die Landespläne scharf und warf der Regierung vor, das Wirtschaftswachstum Mönchengladbachs zu gefährden. Die Partei forderte eine Überprüfung der Entscheidung und verlangte, die Interessen der Stadt stärker zu berücksichtigen. Der CDU-Landtagsabgeordnete Jochen Klenner hingegen unterstützte die Schaffung von gewerblichen Flächen auf dem JHQ-Gelände und plädierte dafür, zusätzlich weitere Gewerbegebiete in der Stadt auszuweisen, um die Veränderungen auszugleichen.
Der Neubau der Bundeswehr wird wie geplant umgesetzt. Die Niederrheinkaserne erhält damit eine Doppelnutzung: als nachhaltiger Verkehrsstandort und als Abschiebeunterkunft. Die lokalen Verantwortlichen diskutieren weiterhin über die wirtschaftlichen und ökologischen Folgen der Beschlüsse.






