Mönchengladbach setzt auf flächendeckende Ganztagsbetreuung für Grundschüler bis 2027
Paulina MangoldMönchengladbach setzt auf flächendeckende Ganztagsbetreuung für Grundschüler bis 2027
Mönchengladbach geht in Nordrhein-Westfalen voran: Ausbau der Ganztagsbetreuung für Grundschüler
Mönchengladbach übernimmt in Nordrhein-Westfalen eine Vorreiterrolle und erweitert die Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder. Als letzte Schule der Stadt wird nun die Annaschule auf einen vollen Ganztagsbetrieb umgestellt. Stadtvertreter warnen jedoch, dass dieser Schritt ohne stärkere Unterstützung des Landes die lokalen Steuerzahler stark belasten wird.
Der Plan der Stadt sieht vor, die Annaschule mit neuen Küchen- und Mensaeinrichtungen sowie multifunktionalen Räumen auszustatten. Die Umbaumaßnahmen sollen mehr Kindern den Zugang zur Ganztagsbetreuung ermöglichen. Kein Schüler, der derzeit in der offenen Ganztagsbetreuung ist, wird während des Übergangs seinen Platz verlieren.
Die Erweiterung ist Teil einer umfassenderen Strategie, um den künftigen Bedarf zu decken. Bis zum Schuljahr 2026/27 will Mönchengladbach 75 Prozent der Erstklässler – etwa 2.175 Kinder – in der Ganztagsbetreuung unterbringen. Dafür müssen 1.310 neue Plätze geschaffen werden, von denen jeder über 1.000 Euro pro Monat kostet. Die zusätzlichen jährlichen Ausgaben werden damit mehr als eine Million Euro betragen.
Stadtvertreter kritisieren, dass das Land die Kommunen mit dem Großteil der Kosten alleinlässt. Während Nordrhein-Westfalen sich auf die schrittweise, ab 2026/27 bundesweit vorgesehene Einführung der Ganztagsbetreuung vorbereitet, kämpfen viele Regionen noch mit Herausforderungen wie Personalmangel und Finanzierungsstreitigkeiten. Der Mönchengladbacher Vorschlag wurde dem Jugendwohlfahrtsausschuss vorgelegt; die endgültige Entscheidung fällt im Stadtrat am 4. März.
Die Umstellung der Annaschule markiert den letzten Schritt Mönchengladbachs hin zur flächendeckenden Ganztagsgrundschule. Mit 1.310 neuen Plätzen wird die Stadt bald drei Viertel der Erstklässler abdecken. Doch die finanzielle Belastung bleibt ein zentrales Problem – die Stadt fordert das Land auf, sich stärker an den Kosten zu beteiligen.