National Express gerettet: 400 Millionen Euro stabilisieren NRW-Regionalverkehr bis 2035
Paulina MangoldNational Express gerettet: 400 Millionen Euro stabilisieren NRW-Regionalverkehr bis 2035
National Express sichert Finanzspritze für NRW-Regionalverkehr
Der Betreiber des nordrhein-westfälischen RRX-Schienennetzes, National Express, hat nach monatelanger Unsicherheit eine finanzielle Rettungsvereinbarung erzielt. Verkehrsbehörden und die britische Muttergesellschaft des Unternehmens werden gemeinsam 400 Millionen Euro bereitstellen, um den Betrieb zu stabilisieren und Fahrgäste vor Ausfällen zu schützen. Die Einigung wurde während einer Sitzung der VRR-Versammlung am 29. Januar 2023 beschlossen und folgt auf jahrelange finanzielle Belastungen im Regionalbahnsektor.
Der Deal kommt nach wiederholten Warnungen vor der prekären finanziellen Lage des Unternehmens. Wildstreiks im vergangenen Sommer hatten Kritik von Frank Heidenreich, CDU-Mitglied der VRR-Versammlung, ausgelöst. Er machte die Krise an steigenden Energiekosten, Personalmangel und starkem Wettbewerb fest. National Express ist nicht der erste Betreiber in NRW, der in Schwierigkeiten gerät: Abellio war Anfang 2022 in die Insolvenz gerutscht, während NWL 2023 die angeschlagene Eurobahn übernahm.
Laut den neuen Vereinbarungen erhält National Express zusätzliche Mittel, um die Zuverlässigkeit der Züge zu verbessern. Die Verträge für die profitabelsten RRX-Linien wurden bis 2035 verlängert und geben dem Unternehmen damit langfristige Planungssicherheit. Allerdings werden zwei defizitäre Strecken – die RE7 und die RB48 – bereits 2027 statt wie ursprünglich vorgesehen 2030 eingestellt, was ihre Laufzeit um drei Jahre verkürzt.
Die Vereinbarung sieht zudem vor, dass automatische Strafzahlungen bei Verspätungen entfallen, sofern diese auf infrastrukturelle Mängel zurückgehen, die außerhalb des Einflussbereichs des Unternehmens liegen. Die Verkehrsverbünde, darunter der VRR, steuern 200 Millionen Euro bei, weitere 200 Millionen kommen von der britischen Muttergesellschaft von National Express. Verantwortliche betonten, oberste Priorität habe es, den Zugverkehr aufrechtzuerhalten und den Pendleralltag zu sichern.
Das Rettungspaket soll die Zukunft von National Express in NRW sichern und die Verträge an die finanziellen Realitäten anpassen. Mit den bereitgestellten Mitteln und gelockerten Sanktionen rückt nun die Stabilisierung des Regionalverkehrs in den Fokus. Die Änderungen treten sofort in Kraft und betreffen sowohl rentable als auch defizitäre Strecken.